10.9.13
Noch gestern versuchte US-Präsident Obama verzweifelt und mit geradezu widerlichem PR-Aufgebot die Welt und die US-Kongressabgeordneten von der Notwendigkeit eines US-Militärschlages gegen Syrien zu überzeugen. (Allerdings konnte die Urheberschaft Assads am jüngsten Chemiewaffeneinsatz nicht bewiesen werden, somit erschien ein Militärschlag ohne UN-Mandat vielen zu riskant.)
Dann plötzlich, noch am Nachmittag des 9.9., sorgte Außenminister Kerry für die Überraschung: In einem Nebensatz deutete er den Verzicht der USA auf den Militärschlag für den Fall an, dass Syrien die Chemiewaffen binnen einer Woche abgeben würde. Als hätte er gemerkt, was dieser Satz auslösen könnte, folgten sofort danach höchst merkwürdige rhetorische Verrenkungen, um dieses Angebot abzuschwächen, nach dem Motto, „das sei nun aber eh nicht mehr möglich“.
Prompt nimmt Russland den US-Außenminister Kerry beim Wort und stimmt mit Syrien für eine sofortige internationale Kontrolle und Abgabe der Chemiewaffen. Welch diplomatische Überraschung! So kann Obama politisch keinen Militärschlag mehr durchsetzen.

Es ergeben sich völlig unerwartete, neue Chancen: Zunächst kann ein Militärschlag ausbleiben. Dazu kommt: Wenn jetzt noch mehr internationale Kontrolleure nach Syrien kommen, bietet sich auch die neue Chance auf eine internationale Syrien-Konferenz zur Beilegung des Bürgerkriegs.

Bleibt schließlich die interessante Frage: War Kerrys Angebot versehentlich „rausgerutscht“ oder ein Versuch unter Gesichtswahrung aus der Drohung mit einem Militärschlag ohne Verbündete herauszukommen?

Mit besten Jrüßen,
altergecko

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