23. Juni 2016 - Hoch lebe Großbritannien!

Haben die Briten auf Georg Christoph Lichtenberg gehört? Lichtenberg schrieb einst so schlau:

Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

Union Jack

Union Jack

best regards,
altergecko

Mehrere Bürgerrechtsinitiativen unterstützen die Verfassungsbeschwerde gegen die Ratifizierung des CETA-Abkommens der EU über den Freihandel mit Kanada. Diese Beschwerde sollte unbedingt unterstützt werden, da CETA bürgerfeindlich und rechtstaatsfeindlich ist und außerdem diktatorische Schiedsgerichte zulässt.

Bertelsmann-Umfrage über faire Flüchtlingsverteilung in EU

16.2.16

Da wacht man friedlich auf, die Hand tapert noch etwas müde, die Augen noch geschlossen, in Richtung Radioknopf über’m Bett. Mal seh’n welche Sau gerade mal wieder von der Aktuellen Kamera des Kapitalismus (sprich öffentlich-rechtlicher Rundfunk) durch den Aether getrieben wird, Ha! Da ist sie wieder: Eine Bertelsmann-Studie, nein, eine Bertelsmann-Umfrage, die behauptet, dass die Mehrheit der EU-Bürger eine faire Verteilung von Flüchtlingen wolle. Ja, sogar 79% seien “für eine europäische Asyl- und Migrationspolitik”. Na prima, dann kann man ja gleich eine Volksabstimmung über Flüchtlingsaufnahme starten, die wäre dann im Gegensatz zu solchen, wochenweise von der Bertelsmann-Konzern-Stiftung durch den Aether getriebenen Studien und Umfragen wirklich demokratisch. Fangen wir mal mit Frankreich an, 79%, ha, das ist lustig. Und dann machen wir eine Abstimmung in Großbritannien, ha, 79%, das ist auch lustig, u.s.w. Diese Umfrage ist möglicherweise nur ein statistischer Misthaufen, da die Umfragen vermutlich per Smartphone erhoben wurden und damit die meisten Armen und Alten in Europa ausgeschlossen waren.
Schaut man sich die Infos zu der Bertelsmann-Umfrage auf deren Website an, so steht dort: “Die Umfrage wurde im Dezember 2015 in allen 28 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt. Mit 11.410 Befragten ist sie repräsentativ für die Europäische Union. Zudem besteht Repräsentativität für die sechs größten Mitgliedsländer (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Polen).” Aha, die Umfrage ist demnach also nur in 6 Ländern der EU wirklich repräsentativ, in Ungarn oder Österreich ist sie also nicht repräsentativ. Und wie wurde sie gemacht? Vermutlich nur per Smartphone oder gruseliger Social-Media-Tools, denn die durchführende Firma “Dalia Resaerch” ist auf Smartphone-Umfragen spezialisiert! Haben die Öffentlich Rechtlichen Medien das überhaupt geprüft, bevor sie zweifelhafte Umfragen weiter kolportieren? Bertelsmann und die kollaborierenden Medien verschweigen die Methode!

Umfragen und Studien der Bertelsmann-Konzern-Stiftung sind wie medizinische Studien von Pharmakonzernen: Sie dienen ausschließlich der Meinungsmanipulation im Konzern-Interesse. Die besondere Gefahr für die Demokratie ist beim Bertelsmann-Konzern, dass er ein politisches Interesse an der Verbreitung des neoliberalen Kapitalismus (zusammen mit intransparenten Vereinen wie Atlantik-Brücke u.a.) verfolgt.

Was ist an Bertelsmann-Studien und -Umfragen so fragwürdig?

 

1) Sie werden wochenweise durch die Medien getrieben. Denn darin liegt der Hauptzweck dieser Umfragen: Sie sollen die Meinung der Bevölkerung im Sinne einer “marktkonformen Demokratie” manipulieren, das Ganze gerne getunkt in die Soße einer sogenannten “Wissensgesellschaft” und getüncht mit sozialwissenschaftlich anmutender Statistik. Durch die besten Beziehungen zur Aktuellen Kamera werden diese Studien umgehend in den hörigen Medien verbreitet. Mediale Belästigung wie in besten sozialistischen Zeiten, nur halt konzerngesteuert, nichts desto trotz reinste Propaganda.

2) Diese Studien und Umfragen werden oft von nicht unabhängigen Wissenschaftlern durchgeführt, sondern von privaten Instituten (Institut kann jeder, ein ungeschützter Begriff), die sich zuweilen gerne mit englischen Ausdrücken wie “research” schmücken, also vorgeben, irgendetwas mit Forschung zu tun zu haben (kann auch jeder). An dieser Stelle sei auf die merkwürdige Studie über Zusammenhalt von Bertselsmann mit einer Privtahochschule hingewiesen..

Hinter der neuen Bertelsmann-Umfrage steht die 2013 (erster Auftrag?) in Berlin gegründete Start-up-Firma “Dalia Research”, also wieder eine Firma, die mit dem Begriff “research” hantiert, hier im Sinne einer mobilen Smartphone-Marktforschung. Dafür hat sie wohl reichlich VC-Kohle akquiriert. Sie gibt sich sehr international, ihre paar Arbeiter schuften mit: “German efficiency, Spanish passion, British determination and French flair”. Au-weia, das muss schrecklich sein… Sie trinken gerne Kaffee und sind Weltreisende und labern sonst wie was auf ihrer Website. Wer will kann das per Metager.de gerne selbst herausfinden.

Soweit zu Bertelsmann und seinen kleinen Helfern.

Wir leben in einer gefährlichen Zeit schöner Worte wie “marktkonforme Demokratie”, “Wissensgesellschaft” oder “Neue Mitte” (und englisch gerne “committed” zu einer “mission”, wie einst HJ oder FDJ). Dahinter verbirgt sich die Maske einer aufkommenden kapitalistischen Diktatur, die sich zur Rechtfertigung ihrer Thesen mit der meist missbrauchtesten Wissenschaft, der Sozialwissenschaft, schmückt. Die kapitalistische Diktatur muss konsequent mit den gleichen Mitteln demokratisiert werden wie alle Diktaturen.

Jetze endlich Kaffee, ciao & mit demokratisch-freiheitlichen Jrüßen, altegecko

Nach ersten Presseberichten 3.2.2016:
Bundesfinanzminster und Europaideologe Dr. Wolfgang Schäuble, der einst selbst frech 100.000 DM cash in Scheinen vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber entgegennahm, will nun Bargeldgeschäfte über 5.000 Euronen verbieten - vermutlich um uns genau vor solchen Gestalten wie Schäuble selbst und Schreiber zu schützen. Die CDU nahm Spenden gerne kofferweise in bar an, die französische Chemieindustrie freut sich noch heute… Und die inhaltlich längst bankrotte SPD macht wie immer mit. Was man von solch’ düsteren Politikhanseln zu halten hat, weiß der kritische Bürger längst. Freie Bürger dieser Republik: Protestiert mit Eurer ur-demokratischen Macht dagegen! Es geht um nichts Geringeres als um die FREIHEIT der Bürger. Die ideologisch-extremistische Europafront ist der gefährlichste Gegner unserer Freiheit und Demokratie. Eine “marktkonforme Demokratie”, wie Dr. Angela Merkel sie propagiert, ist nur die Maske der kapitalistischen Diktatur. Die Paranoia-Kapitalisten und die verfassungsfeindlichen Europaideologen vermuten in jedem Menschen einen Verbrecher und wollen den gläsernen Bürger erzwingen und das Naturrecht der Freiheit untergraben. Bürger, seit Euch Eurer großen Macht bewusst, der Macht der Mehrheit und der Macht der Freiheit und der Macht des Naturrechts. Mit dieser Macht geht nach Berlin und nehmt Euch die Freiheit!

Mit ur-demokratischen Jrüßen, altergecko

In diesen Zeiten, in denen zwanghafte politische BRD-Korrektheit mit magrhebinischen Händen und deren arabisch-liebkosender Maskulinität unerwünschte Händeleien ausfechten muss, würde man sich über mehr persönliche Erfahrungen bei den Verantwortlichen freuen. Da wünscht man sich doch unseren protestantisch-kapitalistischen Politiker/innen, Kirchenvertreter/innen und Journalisten so eine richtig gefühlvolle maghrebinische Hand im Schritt. Ersatzweise tut’s auch die zupackende Hand eines besoffenen kölschen Jecken im Saudi-Kostüm oder die goldberingte Hand eines nüchternen aber notgeilen katholischen Bischofs.

Und die Aktuelle Kamera des Kapitalismus (abgekürzt: ZDF) beteiligt sich dabei mit geradezu demokratie- und verfassungsfeindlichen Meinungsmanipulationen. Beispiel: Einen Tag vor Silvester 2015 nennt der Atlantik-Brücken-Tendenzjournalist Kleber in ZDF-üblicher Blickverengung demokratische Zweifler an der “Wir-schaffen-das”-Ideologie frech in einem Zug mit Fremdenfeinden und Nationalisten:

…in der Flüchtlingskrise merkt Deutschland verblüfft, wozu es fähig ist. Hilfsbereitschaft, Empathie, Willkommen stellen in den Schatten, was Fremdenfeinde, Nationalisten und Zweifler auf die Straße bringt.

Das ist gebührenfinanzierte und ideologisch gesteuerte Demokratieverachtung. Und nach Silvester, da wird im ZDF bewusst verhüllt anstatt enthüllt - das “Schweigekartell” (CSU) musste aber scheitern. Solche ZDF-Manipulationen sollten künftig vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

… aber mer lasse de Dom in Kölle (noch),
altergecko

P.S. Aktualisierung 19.01.2016: Claus Kleber von ZDF räumt seine Gleichsetzung von Zweiflern mit Fremdenfeinden als Fehler ein. Siehe dazu Spon:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zdf-kleber-entschuldigt-sich-fuer-wortwahl-a-1072765.html

Ein Beitrag von Volkmar Schlutter

Es ist wieder soweit: Einmal im Jahr findet in unserem Land das große Nachwuchtreffen der Gesangstalente statt. Allerdings der seriösen Gesangstalente - muss man dazu sagen. Kein Voice of Germany oder Deutschland sucht den Superstar, also TV-Casting-Shows, die größtenteils darauf beruhen das Publikum zu unterhalten, wobei mehr oder weniger häufig die Kandidaten bloßgestellt und der allgemeinen Lächerlichkeit preisgegeben werden. Nein, hier handelt es sich hier um den mittlerweile 44sten Bundeswettbewerb Gesang, der alljährlich in Berlin stattfindet. Dies immer im Wechsel der Genre Oper und Operette und wie in dieses Jahr Chanson und Musical.

Wie kommt man als junger Mensch zur klassischen Musik? Meist geschieht dies durch eine andere Person, naheliegend jemand aus Familie, Schule, Ausbildung oder Studium. Auch der Besuch des Bundeswettbewerbes Gesang kann so ein Schlüsselereignis sein. Aus den vielen ausgewählten Bewerbern geben am Ende ein dutzend Finalisten ein Preisträgerkonzert. Der letzte Bundeswettbewerb Oper und Operette im Dezember 2014 war ein Genuss für die Sinne. Auch wenn der Abschlussabend tiefsinnig mit einer Auftragskomposition nach schwermütigen Gedichten von Georg Heym begonnen hatte, folgte dem ein unbeschwerter Abend. Der Moderator war der Ausnahmeviolinist Daniel Hope mit seiner Liebeserklärung an die Nachwuchssänger: „Die Stimme ist die Geige im Körper”.

Junge Gesangstalente bei der Preisverleihung (Bild: Volkmar Schlutter)

Junge Gesangstalente bei der Preisverleihung (Bild: Volkmar Schlutter)

Es war großartig all das zu erleben, ein Abend voller Anmut. Große Talente haben ihr Bestes gegeben. Und einer der Gewinner, für den Preis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin in Höhe von 10.000 €, war Sebastian Wartig, 25 Jahre alt, aus Dresden. Jung und so begabt. Sein Auftritt hatte etwas Magisches: Als schwebe er zwischen Orchester und Publikum. Bravo! Und was ist inzwischen aus ihm geworden? Mit Beginn der Spielzeit 2015/16 ist er festes Ensemblemitglied der Semperoper Dresden und gibt unter anderem seine Rollendebüts als Conte d’Almaviva in der „Hochzeit des Figaros” und als Dr. Falke in „Die Fledermaus”.

Der Staatssekretär für Kultur, der in Vertretung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin kam, sagte: „Der Preis ist so wichtig für die Opernlandschaft Deutschland. Unterstützen sie deshalb diese jungen Talente.” Recht hat er. Ein denkwürdiger Abend, dieser Bundeswettbewerb Gesang, er sollte nicht länger ein Geheimtipp bleiben. Wir dürfen und sollten also auf das Preisträgerkonzert am 7. Dezember 2015 im Friedrichstadtpalast Berlin gespannt sein.

Kleine Sendekritik zur Will-Show am 7.10.2015

Wie in besten sozialistischen Zeiten bot die Aktuelle Kamera des Kapitalismus, ARD (zuweilen auch mit ZDF abgekürzt), eine Bühne für Dr. Merkels Mantra vom “Wir schaffen das”. Aktuelle-Kamera-Genossin Will gab sich als Befragerin mit weit aufgerissenen, sorgenvoll dreinblickenden Rehäuglein sichtlich Mühe, dem Zuschauer vorzugaukeln, hier würden kritische Fragen gestellt. Diese gab es nur in soweit, um die Merkelsche Repetiermaschine in immer neuen Propaganda-Varianten von “Wir schaffen das” anzuwerfen. Dr. Merkel redete penetrant in Looping-Schleifen, wasserfallartig… Ähnliches ist nur bekannt von Leuten, die gerade auf Pille sind, ‘ne fette Line gezogen haben, nach gerauchter Kräutertüte mit Frau Käßmann auf den Laberflash gehen und vom Friedensnobelpreis träumen oder gerade aus einer Therapiesitzung der Atlantik-Brücke kommen. Nun, vielleicht war’s bei der Kanzlerin ja nur ‘ne Aspirin zu viel. Und was sagte sie 28mal: “Wir schaffen das”. Jedenfalls: Es hat uns geschafft.
Mal wieder ‘nen Gruß von altergecko

Großes Sommer-Derby auf der Trabrennbahn Berlin-Mariendorf

Eigentlich war hier ein Bericht vom Polo-Turnier auf Sylt geplant. Es kam ein Sturm, in Berlin aber war das Wetter bestens für eine andere Art des Pferdesports: Trabrennen. Das einwöchige Sommerderby ist das wichtigste Ereignis im deutschen Trabrennsport. Der Mensch war schon immer von Geschwindigkeit und Schnelligkeit fasziniert. Auch gehört das Spiel zum Menschen. Hier kann man sich an den vorbeipreschenden Wagen mit diesen edlen Tieren ergötzen und man kann sein Glück beim Wetten herausfordern. Das ist die gute Kombination mit einer langzurückreichenden Tradition: War doch im antiken Olympia das Wagenrennen die Königsdisziplin.
Wir feiern ein Jubiläum: Es ist das 120. Deutsche Traber-Derby und die 25. Derby-Auktion in Mariendorf. Und dieses Jahr könnte man mit einer Wiederbelebung des alten Westberlins mit seinem ach so spezifischen Glamour meinen. Schöner hätte der Auftakt nicht sein können: Rassige Pferde, tolle Jockeys, ein begeistertes Publikum, hinzu ein ewiges hin- und her von Wolken und Sonne mit einem kräftigen Sommerwind - mit den unweigerlichen Assoziationen an Frank Sinatra, Großstadt und Tempo - wie halt auf einer Rennbahn. Ein warmer wie auch kräftiger Sommerwind, der all die schicken Hüte bewegte. Denn zum Rennbahnvergnügen gehört der Hut und schicke Kleidung. Besonders die Frauen mit ihren ausgefallenen Hüten tragen dazu bei, diese besondere Atmosphäre zu schaffen. Ja, man trägt Hut. Gleich zum Auftakt des Derbys gab es einen Hut-Wettbewerb.

Bild: Volkmar Schlutter

Bild: Volkmar Schlutter

Auch B- und C-Promis waren zu sehen. Aber ein wenig Politprominenz würde dem Trabrennsport gerade hier auf der Kaiserlich-Endell’schen Tribüne, wo der Jugendstil noch fühlbar ist, im etwas abseitigem Mariendorf gut tun. Von der Tribüne ist die Perspektive auf das Rennen und das Gelände einzigartig und die Atmosphäre erinnert an das Vergnügen der „reichen und vornehmen Leute“ vergangener Zeiten.
Die Wettfreude des Publikums war in den Pausen zu beobachten, wo eifrig Wettscheine ausgefüllt wurden. Das Programmheft mit seinen Tipps und Hintergrundinformationen ist dabei eine wertvolle Hilfe für Neulinge wie auch für versierte Zocker – wenn es auch ständig zu Überraschungen kommt. Denn Profis konnte man nach einer verlorenen Wette enttäuscht aufspringen sehen.

Die Pausen zwischen den Rennen wurden nicht langweilig. Man füllte sie entweder mit dem Gang zum leckeren Büffet oder mit der Beobachtung der Aufwärmrunden der Gespanne und einer Parade des Sprengwagens. Ohne Unterlass fuhr ein Sprengwagen übers Rondell, um die Bahn aufs beste zu präparieren. Der Sprengwagen – ein Inbegriff des Sommers und in Mariendorf mit der Aufschrift „Hier Pferd die BSR“ (Berliner Stadtreinigung) – der typisch lakonische Berliner Humor.Ein herrlicher Tag auf der Rennbahn: Ideal für tolle Pferde und ihre hinreißenden Zuschauer, die manchmal am liebsten mit diesen edlen, kräftigen und schönen Tieren durchgehen würden. Begeisterte Zuschauer, entspannte Atmosphäre mit der immer wieder aufregenden Spannung der Jagd auf den Bahnen. Das letzte Rennen dann im Licht der warmen Abendsonne, noch ein frisches Bier: Ein schöner Tag geselligen und sportlichen Lebens in Berlin geht zu Ende. So mögen es die Berliner und seine illustren Gäste.

Text von Volkmar Schlutter

24. Juli bis 2. August 2015. Informationen unter www.berlintrab.de

Eine erfolgreiche Kosmetikmarke feiert ihr 100jähriges Jubiläum

American ingenuity - amerikanischer Einfallsreichtum, ein geflügeltes Wort hinter dem Atlantik, feierte ihr Jubiläum in Berlin. Eine Frau namens Maybel und Vaseline bilden den bekannten Namen der Kosmetikmarke „Maybelline“. Jede Frau hat schon mal Schminke von Maybelline benutzt. Schon 1913 mixte Maybel Willams aus New York einfach allerbilligste Stoffe: Kohlenstaub und Vaseline (einstiges Abfallprodukt bei der Erdölverarbeitung), um daraus Schminke für die Augenbrauen und Wimpern herzustellen. Ihr Bruder, ein Chemiker, entdeckte das Potential dieses genialen Streiches, im wahrsten Sinn des Wortes, und machte diesen pastenförmigen Mix zu seiner Firmenidee. Damit war sie die Erfinderin des heute für jede Frau unverzichtbarem Mascara, der Wimperntusche.

Vaseline (Bild von Med Chaos / Wikimedia)

Vaseline (Bild von Med Chaos / Wikimedia)

In Berlin fand diese Geburtstagsparty in der hippen Eventlokation Kraftwerk, ein ausgedientes Kohlekraftwerk, statt. Der Zusammenhang wurde auf den zweiten Blick offensichtlich: Miss Maybel machte einst aus Kohle „Kohle“. Die Party war schon im vollen Gange, als ich dort eintraf und ich hatte mich gefragt, ob ich wohl noch etwas von dem guten Buffet abbekommen würde? Denn meistens geht auf solchen tollen Veranstaltungen, nach 2-3 Stunden das gute Essen aus und man ergattert höchsten noch einen Nachtisch. Zu meiner großen Überraschung stand der Tresen voll mit kleinen Tellerchen. Zaghaft näherte ich mich diesem und fragte die Bedienung, ob man sich bedienen dürfe? Man durfte. Nach dem ersten Tellerchen wusste ich jetzt, warum: Undefinierbar kleine Klekse aus bunten, angeblich essbaren Material waren appetitlich angerichtet. Satt machte das aber nicht. Der nächste Tresen war noch voll mit Tellerchen mit einem süßen Küchlein und obendrauf eine Quarkcreme. Schmeckte ebenfalls nicht. Und eine kleine glibbrige Nachspeise verlängerte die Reihe der merkwürdigen Speisen des Geburtstagsmahls.

Aber dann, um Mitternacht, ein kleiner Lichtblick. Eine lange Reihe bildete sich vor einem kleinen mobilen Hot-Dog Stand. Magere junge Frauen standen Schlange, um einen dieser kleinen begehrten Würstchen zu erstehen, um nicht vor Schwäche umzufallen. Schade, war die Musik doch fetzig und tanzbar, aber ohne Essen, muss man mit den Kräften haushalten.

Waren Maybelline und die Marke L`Orèal einst Konkurrenten, wurde sie 1996 von den Franzosen übernommen. Ansonsten danke und weiter so, Miss Maybel Nachfahren, so wie das Geschäft für die Generation Smartphone gerade mit allerlei Beiwerken boomt, erwarten wir absehbar den nächsten Einfall der inkommensurablen Verschönerungsindustrie. Mir schwebt da schon etwas vor…

Volkmar Schlutter

Casanova und Leipzig

Gut Ding’ will Weile haben: Im Verlag kopfundwelt ist im März 2015 das Buch Casanova und Leipzig erschienen.

Neuerscheinung: Casanova und Leipzig

Neuerscheinung: Casanova und Leipzig

Die Memoiren des berühmten Lebenskünstlers, Liebhabers und Schriftstellers Giacomo Casanova (1725-1798) erzählen von den Abenteuern auf den vielen Reisen des Venezianers in Europa. Dabei hat er nicht selten in Deutschland Station gemacht. Der neu gegründete Verlag kopfundwelt aus Berlin beschäftigt sich mit den Stationen Casanovas in Deutschland. Casanova und Leipzig ist der erste Titel des jungen Verlages, der im März 2015 erscheint. In Casanovas Memoiren heißt es: „In Leipzig hatte ich ein Abenteuer, dessen ich mich stets mit Vergnügen erinnere.” Das neue Buch Casanova und Leipzig behandelt aber nicht nur das vergnügliche Leipzig-Erlebnis des Abenteurers, sondern auch den in den Memoiren nicht erwähnten Aufenthalt Casanovas im Jahr 1788. In diesem Jahr besucht Casanova als Autor des fantastischen Romans Icosameron - es ist ein Roman in 5 Bänden! - die Leipziger Herbstmesse und hofft auf den ganz großen Durchbruch als Schriftsteller. Diese Geschichte wird anhand von wenig bekannten Dokumenten und Briefauszügen erzählt. Dazu wird über die Herausgabe der Memoiren durch den Leipziger Verleger Brockhaus berichtet, eine nicht minder spannende Geschichte, die erst 2010 ihr eigentliches Ende findet. Der ehemalige französische Kulturminister Frédérick Mitterand meinte: „Die Geschichte der Manuskripte ist fast so abenteuerlich wie das Leben des Autors selbst.”
Casanova und Leipzig, Verlag kopfundwelt, ISBN 978-3-9816632-0-4, Preis: 11,00 €
Das Buch ist lieferbar und direkt beim Verlag oder im Buchhandel erhältlich.

Präsentation auf der Leipziger Buchmesse am Stand von Literarisch Reisen: Halle 5 / E405 und im Rahmen von Leipzig liest:

Buchpremiere: 12.3. um 18:00 Uhr im Schillerhaus Leipzig (Menckestr. 42)
Weitere Lesungen: 13.3. um 18:30 Uhr in der Lovania Akademie und 15.3. um 13:00 Uhr auf der Messe im Literaturforum Halle 5 / F600

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