Archiv für das Tag 'L`Orèal'

Eine erfolgreiche Kosmetikmarke feiert ihr 100jähriges Jubiläum

American ingenuity – amerikanischer Einfallsreichtum, ein geflügeltes Wort hinter dem Atlantik, feierte ihr Jubiläum in Berlin. Eine Frau namens Maybel und Vaseline bilden den bekannten Namen der Kosmetikmarke „Maybelline“. Jede Frau hat schon mal Schminke von Maybelline benutzt. Schon 1913 mixte Maybel Willams aus New York einfach allerbilligste Stoffe: Kohlenstaub und Vaseline (einstiges Abfallprodukt bei der Erdölverarbeitung), um daraus Schminke für die Augenbrauen und Wimpern herzustellen. Ihr Bruder, ein Chemiker, entdeckte das Potential dieses genialen Streiches, im wahrsten Sinn des Wortes, und machte diesen pastenförmigen Mix zu seiner Firmenidee. Damit war sie die Erfinderin des heute für jede Frau unverzichtbarem Mascara, der Wimperntusche.

Vaseline (Bild von Med Chaos / Wikimedia)

Vaseline (Bild von Med Chaos / Wikimedia)

In Berlin fand diese Geburtstagsparty in der hippen Eventlokation Kraftwerk, ein ausgedientes Kohlekraftwerk, statt. Der Zusammenhang wurde auf den zweiten Blick offensichtlich: Miss Maybel machte einst aus Kohle „Kohle“. Die Party war schon im vollen Gange, als ich dort eintraf und ich hatte mich gefragt, ob ich wohl noch etwas von dem guten Buffet abbekommen würde? Denn meistens geht auf solchen tollen Veranstaltungen, nach 2-3 Stunden das gute Essen aus und man ergattert höchsten noch einen Nachtisch. Zu meiner großen Überraschung stand der Tresen voll mit kleinen Tellerchen. Zaghaft näherte ich mich diesem und fragte die Bedienung, ob man sich bedienen dürfe? Man durfte. Nach dem ersten Tellerchen wusste ich jetzt, warum: Undefinierbar kleine Klekse aus bunten, angeblich essbaren Material waren appetitlich angerichtet. Satt machte das aber nicht. Der nächste Tresen war noch voll mit Tellerchen mit einem süßen Küchlein und obendrauf eine Quarkcreme. Schmeckte ebenfalls nicht. Und eine kleine glibbrige Nachspeise verlängerte die Reihe der merkwürdigen Speisen des Geburtstagsmahls.

Aber dann, um Mitternacht, ein kleiner Lichtblick. Eine lange Reihe bildete sich vor einem kleinen mobilen Hot-Dog Stand. Magere junge Frauen standen Schlange, um einen dieser kleinen begehrten Würstchen zu erstehen, um nicht vor Schwäche umzufallen. Schade, war die Musik doch fetzig und tanzbar, aber ohne Essen, muss man mit den Kräften haushalten.

Waren Maybelline und die Marke L`Orèal einst Konkurrenten, wurde sie 1996 von den Franzosen übernommen. Ansonsten danke und weiter so, Miss Maybel Nachfahren, so wie das Geschäft für die Generation Smartphone gerade mit allerlei Beiwerken boomt, erwarten wir absehbar den nächsten Einfall der inkommensurablen Verschönerungsindustrie. Mir schwebt da schon etwas vor…

Volkmar Schlutter