Archiv für das Tag 'Revolution'

Hunde rufen zur Revolte auf!

„Wie jetze…? denkt der geneigte Berliner Leser. Man dachte doch, so ein Hund macht nur Arbeit, nervt gerne und viel – zumal wenn in der Pubertät und damit auf dem Trip, die Rudelführerschaft ein für alle mal zu seinen Gunsten klarzustellen. Zudem muss man die Hinterlassenschaften ebenso entsorgen wie das Gruselinsektenzeugs namens Zecke und Floh. Von den ganzen Kosten für Futter, Arzt oder Ärztin, Steuern usw. mal ganz abgesehen. Und rufen – das macht doch eigentlich nur der Dienstleistungssklave, manchmal vergeblich, vom anderen Ende der Leine. Selbst Loriots Hund konnte letztlich nicht wirklich sprechen, auch wenn 4 Jahre hartes Training investiert wurden. Weit gefehlt, Hunde können aufrufen – und zwar zum Protest! Das machen sie nicht nur im Rudel, wenn sich z.Bsp. ein Rüpel komplett daneben benimmt und ein souveränes Tier dazwischen geht, um mal kurz für „ordentliches Benehmen“ zu sorgen und gemobbte Tiere zu verteidigen.
Nein, die Hunde küssen obendrein das Revoluzer-Gen, längst verschollen geglaubtes Erbgut der 70er + 80er des vergangenen Jahrhunderts auch in ihren BesitzerInnen wach. LeserInnen der Kolumne wissen um das massive Controletti der Ordnungshüter im Viktoriapark. Angesichts der massiven Präsenz der Ordnungsmacht dort fragt man sich mittlerweile, ob es nur das gute Wetter ist, dass sie auf ihre Streifzüge in den Park treibt oder die Angst, sich der tatsächlichen Probleme in dieser Stadt anzunehmen. Und wundert sich über die eingesetzte Manpower, die andernorts als fehlend beklagt wird. Und zwar von ebendiesen Ordnungshütern.
Klar, ballspielende Hunde stellen eine echte Gefahr für das Allgemeinwohl dar, wohingegen Pädophile auf Kinderspielplätzen ein eher zu vernachlässigendes Problem sein dürften. Zumal könnten es Kollegen aus dem gleichen Amt sein. Wenn einem die Pension lieb ist, sollte man sich da natürlich nicht einmischen. Dann lieber mit 20 Mann auf einen Hund.
Dem Aufruf der Hunde folgend, hat ein Besitzer von 2 Hunden die zündende Idee gehabt und auch keine Kosten gescheut. Die ihm bekannte Hundebesitzer-Szene @Viktoriapark wurde mit Trillerpfeifen ausgestattet. Die haben es dankbar angenommen. Und mit Erfolg!
Sobald der Trillerton aus welcher Ecke des Parks auch immer erschallt, sind nur noch unschuldig rumschnuppernde angeleinte Hunde zu sehen. Mit ebenso unschuldig dreinblickenden BesitzerInnen, wie gewohnt am anderen Ende der Leine. Und die Ordnungsmacht kann in Ruhe ihren bezahlten Spaziergang im Sonnenschein machen, bevor es in die Kantine geht.

Für die neue Reihe Hauptstadtnotizen begrüßen wir als neuen Autor VS!
VS! kennt sie, die Hauptstadt, die uns fortlaufend brummend ihren Bären aufbinden möchte…. VS! weiß, wo Politiker jünstije Kredite bekommen…VS! weiß, wo jenau Ackermann im Kanzleramt saß, doch wen interessieren die Äffchen aus Politik und Kapital schon. Viel wichtiger: VS! kennt die heiligen Tempel von Kunst und Bildung: Galerien, heimliche Tuilerien, die Humboldts, Hörsalgeräusche.  Altergecko freut sich auf VS!

Hauptstadtnotizen – Teil1

Freitag, 27. Mai 2011: Tagsüber Dinge erledigt: Flaschen weggeschafft, alkoholfreies Bier gekauft, zu Aldi einkaufen, Joggen im Grunewald, schlechte Zeit, Bibliothek Bücher vorgelegt und verlängert, 24 Stück nun schon seit zwei Jahren nicht geschafft zu lesen. Zu Hause Mail für den Sonntagsausflug geschrieben. Dann der berüchtigte Vernissage-Abend:

  • 18 Uhr nach SMS von einem der Ausgehverbrecher lange in der Dorotheenstr. nach dem Richtfest gesucht, nicht gefunden.
  • 19 Uhr Zwei Galerien in der Heidestr., 1 Raki getrunken
  • 19:30 Lehrter Str. 37, 2 ½ Gläser Rotwein
  • 20 Uhr Weil viele Leute auf dem Gehweg standen, zufällig zu einer Galerie in der Kleinen Hamburgerstr. Dort bestimmt 5 kleine Becks Bier getrunken. Jens-Uwe und Igor angerufen.
  • 21 Uhr Auguststr. Schicki Galerie, Bier, Drinks und Buffet mit rohem Fleisch. Sogar Musik, Tanz und Mädchen, aber keine kennen gelernt. 23:30 Uhr satt und betrunken zu Hause, 0:13 Uhr noch ein Mail an Igor gesendet.
  • Leider nicht mehr geschafft: Uhlandstr. 45, Kollwitzstr. 54, Tabori-Theater-Preis im Radialsystem, Holzmarktstr. 33

VS!

Zitat zur Zeit von Henry Ford (1863-1947), Gründer von Ford und Begründer der Fließbandarbeit in der Automobilproduktion:

It is well enough that people of the nation do not understand our banking and monetary system, for if they did, I believe there would be a revolution before tomorrow morning.

(Es ist wohl gut, dass die Bürger unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, wäre es so, ich glaube, dann käme es noch vor morgen früh zur Revolution.)