Neofeudale Verhältnisse: Nach den Banken nun Mehrwertsteuersenkung für Hotels

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist denn korrupt im Land?“ Man stelle sich Frau Merkel haarekämmend und fragenstellend vor dem Spiegel vor. Der Spiegel mag wohl antworten: „Schau dort, ins Bayernland“. Tja, Bayern liegt im Süden, viel näher dran an Süditalien als die zivilisierten Regionen im Norden. Das ist bekannt. Also, Lieber Herr Carstensen, zeigen Sie der Regierung der Bananenrepublik Deutschland und der bayrisch-christlich-liberalen-sizilianischen Bruderschaft mal eine echt norddeutsche Kante! Denn jetzt sind Wikinger gefragt!
Die Bananenregierung unter Einfluss der FDP plündert die Taschen des Volkes zugunsten von Bankstern und Luxushotels, tolldreiste Zustände sind das.
Dann noch sowas: Eine 32-jährige macht Praktikum im Familienministerium… Da fehlen nur noch selbstverliebte Funktionsträger wie Fr. Schavan, die reden und talken und reden (am liebsten von Elite, doch wer is det) und fahren ne prima lange Bildungstradition sinnlos und teuer gegen eine Wand in einer Tiefgarage in Bologna. Tja Elite, wo ist sie nur? Da sei angemerkt: Elite wird buchstabiert wie Canaille, beedet mit e am Ende.  Und auf den Regierungsbänken balgen sich jede Menge auf wundcremebedürftigen Hintern sitzende, feudal aufgeblasene Privilegienträger, die Ihren kapitalen Kumpels (von früher, wa) des Volkes Kohle zuschachern.
Uff`n Linden hör ick schon Raunen: „Bürger, bewaffnet Euch mit spitzen Mistgabeln, macht Euch bereit zum Sturm auf die berliner Bastille! Entmachtet die Canaille, die Euch die Taschen leerrräumt!“  Wenn der jemeine berliner Prolet det denn auch mal hören täte…jenau, und würde auch det alte Paris zum Vorbild nehmen – dann aber!

Euer Altergecko

Auch dieses Jahr war ich wieder auf der Buchmesse zu Frankfurt, obwohl die Anfahrt und das Parkplatzfinden in den schattigen Schluchten der Ackermannpaläste zuweilen mühselig sein kann.

Aber, nicht nur weil ich kostenlos reinkomme, geh ich gern hin. Und dieses Jahr auch nicht wegen des Messeschwerpunkts zu chinesischer Literatur, die mich janz und janischt interessiert, bei allem Respekt vor der großen Schlitzäugigkeit (grr). Zum Glück gibt es nicht nur chinesische Literatur, nun, es könnte ja noch so kommen, rein statistisch, demografisch und prognostisch gesehen.

Eigentlich gibt es von der Frankfurter Buchmesse nix wirklich Interessantes zu berichten. Vielleicht eine kleine Beobachtung am Rande: Neben der 6 Meter hohen Frittenbude im großen Innenhof der Messe stand ein 2,50 Meter hohes, blaues Brockhaus-Lexikon mit Werbung für die zuständige Standnummer in Halle 3, vom B-Konzern. (links im Bild: Frittenbude, blauer Punkt in der Mitte: Brockhaus, Hintergrund rechts: Messeturm)

Brockhaus 2009

Brockhaus 2009

Wars ein ironischer Verweis, der letzte Stich für Mr. Mohn? Als ich im großen Hof das gewissermaßen auf einem Bein rumstehende Lexikon im Schatten der Frittenbude sah, dachte ich, da war doch früher mal was anderes?  Ach ja, vor 2 Jahren standen an gleicher Stelle gleich 30 Lexika, riesenhaft aufgeblasen wie überdehntes Gummie und von einem Pressemann der damals zuständigen Traditionsverlags-AG zähnefletschend und theatralisch mit Vorhang auf und Bühne frei! präsentiert. Und dafür wurde jemand medienwirksames engagiert: Ein alterwürdiger Mime aus Film und TV, Klaus Müller von Arnim oder so ähnlich, wie stets in feinstes, dunkelgraues Zwirn (doch ohne Einstecktuch) gehüllt, hatte für die 30 Bände Wissen aus aller Welt sein zweites Talent, im fortgeschrittenen Alter entwickelt, das Malen und Zeichnen, das hier und da bereits im Rundfunk lobend erwähnt wurde, zur Verfügung gestellt. Motto des Künstlers: Menschheitszirkus! Das war passend gewählt und das Zirkuspublikum tat kräftig applaudieren. Nun, der Vorhang ist gefallen, ein paar Clowns aus dieser Vorstellung machen weiter, auf kleinerer Bühne.

Was gabs noch? Natürlich wieder Trikont, die haben wirklich schöne Musik, also noch 2 CDs mit finnischem Tango erworben.

Mit dem Parkplatz hatte es übrigens doch noch so gut geklappt, dass mein Kumpel und ich nach Messeschluss janz fix wieder auf Frankfurts Route 66 waren, allen Staus entfliehen und Richtung Osten, auf A5 und A4, leicht davonziehen konnten.

Von Altergecko

Wüste Zeiten sind das ja, da stürzen, stolpern und verheben sich die Führungskräfte der Konzerne auf Deutschlands globalisierten Schlaglochpisten. Wiedekinder, Schefflers, diverse sonstige Konzernmanager und ein paar Bankster zeigen sich als Bedürftige mit ganz speziellem HARZ-Anspruch, nennen wir es der Größenordnung wegen HARZ-10hoch9, damit sie nicht ins finanzielle und soziale Abseits rauschen. Tja, man kann ja auch nicht jedem zumuten: „Mach es doch einfach wie der Chef von Ratiopharm“, denn -, nicht jeder hat die Kraft dazu. Weil soviel strauchelnder und stolpernder Managerpöbel aber die Umgebung gefährdet, plädiere ich für die Einführung einer Rollatorpflicht für Führungskräfte. Zur Anschaffung genügender Rollatoren könnte die Mehrwertsteuer auf 25% erhöht werden. Das würde sicher reichen, um jeder Führungskraft ein individuell ausgestattetes Exemplar zu fertigen, beispielsweise mit einem GPS, um auf den Pfad der Tugend zurückzufinden. Bei Frau Scheffler könnte das Körbchen vor dem Griff eine regensichere Abdeckung bekommen, damit die Pelze nicht nass werden. Herr Wiedeking bekommt noch einen Geräuschsimulator hineininstalliert, dann peest und brummt sein Rollator auch wie ein echter Porsche.

Von Altergecko (der unbedingt in die Politik gehen sollte)

Zehn kleine MdBs
zogen auf dem Reichstagsklo ’ne  Line
Schneefall bis zum Übermut
da waren`s nur noch neun

Neun kleine MdBs
haben über Bürgers Recht gelacht
ein Bürger zog in Wut den Colt
da waren`s nur noch acht

Acht kleine MdBs
wollten per Raster Terroristen sieben
der einzig echte hatte Dynamit
da waren`s nur noch sieben

Sieben kleine MdBs
hatten auf dem Reichstagsklo in Gruppe Sex
da wurde eines eifersüchtig
und da waren`s nur noch sechs

Sechs kleine MdBs
litten arg bei so viel Schimpf
eines wurde depressiv
da waren`s nur noch fünf

Fünf kleine MdBs
hatten unersättlich Gier
das eine trieb`s in Insolvenz
da waren`s  nur noch vier

Vier kleine MdBs
waren trotz Diäten Aufsichtsrat so nebenbei
von Strom-AG und Mafia
da waren`s irgendwann noch drei

Drei kleine MdBs
wurden traurig – weil jetze nur noch drei
eines machte Suizid
da waren`s nur noch zwei

Zwei kleine MdBs
wollten mal ehrlich und nicht zynisch sein
das Volk nur tat`s nicht glauben wollen
da war das Letzte bald allein

Das letzte kleine MdB
wollte dennoch Wiederwahl und der Diäten mehr und mehr
nun wurd das Volk so richtig bös
da war der Reichstag endlich leer.

… man könnte ja noch mal von vorn: 10 kleine XY*

*XY = Variable für eine Ansammlung selbstgefühlter Elite

von Altergecko

Viele unserer zeitgenössischen web2.0-Lemminge sind bei xing, facebook, linkedin oder wie diese Portale weiter noch heißen in kleinen Selbstdarstellungsprofilen gelistet, wie Sonderangebote in kostenlosen Anzeigenblättchen… Das möchte-was-werden-Prekariat unserer Zeit auf öffentlicher Suche nach Anerkennung, Jobs und Freunden im Sinne eines networkings, will heißen, Freunde, die auch karrierefördernd wirken sollen. Dabei ists kaum mehr als ein klebriges Spinnennetz, wo jeder Fliegendreck als sogenannter Kontakt hängen bleibt.

Sie stellen Bildchen von sich rein, formloses Grinsen aus blassen Gesichtern über vertretertauglichen Krawatten und die Damen in Kostümen, wie man sie leider zu genüge schon auf Buchmessen und an Bankschaltern gesehen hat. Wirklich findet man dort keinen, den man auch nur irgendwie persönlich näher kennenlernen wollte.

Unter diesen unsäglichen Fotos (zuweilen auch in künstlerisch-bedeutungsschwangeren s/w-Ansichten gehalten) kann man herrlich kindische Lebensläufe lesen, von der Schulzeit über beknackteste Praktikantenstellen bis hin zum aktuellen Geschäftsführungs- oder Projektleitungs-, na, jedenfalls Irgendeinleitungsposten, alles in hübsch chronologischer Folge dargeboten. Mann/Frau buhlt for buisiness…xing unterscheidet sie noch in gut zahlende Premium-Mitglieder und einen billigen Rest.

Das erinnert an die öffentliche Marktschau von nutzbaren Arbeitskräften, wie sie schon bei den Römern und bis weit in das 19. Jh. hinein auch in den Südstaaten üblich war, seht her: Gebiss fest, Bizeps stramm und Schwielen dick. Zugegeben, da wars weniger freiwillig, aber genau deswegen wiegt diese Art eines öffentlich auf eigenen Wunsch präsentierten Marktwertes um so kläglicher, zumal es nur ätzende Fantasielosigkeit beweist, sich auf vorbereiteten, primitiv gestalteten Portalen unter Tausenden listen zu lassen – in der kümmerlichen Hoffnung auf Karriere… widderlich! Ich bleibe xingophob.

von Altergecko

Die Geschichte, die hier einst stand, wurde auf die Seite von nobelpreislexikon.de verlegt. Wer sie lesen will, folge auf den Spuren der Diamonds.

(Auszüge) Heinrich v. Kleist an Wilhelmine v. Zenge;  Paris, d. 15. August 1801

Und so mögen wir denn vielleicht am Ende thun, was wir wollen, wir thun recht

[…] O wie unbegreiflich ist der Wille, der über die Menschengattung waltet! Ohne Wissenschaft zittern wir vor jeder Lufterscheinung, unser Leben ist jedem Raubthier ausgesetzt, eine Giftpflanze kann uns tödten – und sobald wir in das Reich des Wissens treten, so bald wir unsre Kenntnisse anwenden, uns zu sichern und zu schützen, gleich ist der erste Schritt zu dem Luxus und mit ihm zu allen Lastern der Sinnlichkeit gethan. Denn wenn wir zum Beispiel die Wissenschaften nutzen, uns vor dem Genuß giftiger Pflanzen zu hüten, warum sollen wir sie nicht auch nutzen, wohlschmeckende zu sammeln, und wo ist nun die Grenze hinter welcher die poulets à la suprême und alle diese raffinements der französischen Kochkunst liegen? Und doch – gesetzt, Rousseau hätte in der Beantwortung der Frage, ob die Wissenschaften den Menschen glücklicher gemacht haben, recht, wenn er sie mit nein beantwortet, welche seltsamen Widersprüche würden aus dieser Wahrheit folgen! Denn es mußten viele Jahrtausende vergehen, ehe so viele Kenntnisse gesammelt werden konnten, wie nöthig waren, einzusehen, daß man keine haben müßte. Nun also müßte man alle Kenntnisse vergessen, den Fehler wieder gut zu machen; und somit fienge das Elend wieder von vorn an. Denn der Mensch hat ein unwidersprechliches Bedürfniß sich aufzuklären. Ohne Aufklärung ist er nicht viel mehr als ein Thier. Sein moralisches Bedürfniß treibt ihn zu den Wissenschaften an, wenn dies auch kein physisches thäte. Er wäre also, wie Ixion, verdammt, ein Rad auf einen Berg zu wälzen, das halb erhoben, immer wieder in den Abgrund stürzt. Auch ist immer Licht, wo Schatten ist, und umgekehrt. Wenn die Unwissenheit unsre Einfalt, unsre Unschuld und alle Genüsse der friedlichen Natur sichert, so öffnet sie dagegen allen Gräueln des Aberglaubens die Thore – Wenn dagegen die Wissenschaften uns in das Labyrinth des Luxus führen, so schützen sie uns vor allen Gräueln des Aberglaubens. Jede reicht uns Tugenden und Laster, und wir mögen am Ende aufgeklärt oder unwissend sein, so haben wir dabei so viel verloren als gewonnen- Und so mögen wir denn vielleicht am Ende thun, was wir wollen, wir thun recht […]

(Auszüge) Heinrich v. Kleist an Adolphine v. Werdeck,  d. 19. July 1801 (aus Paris)

Bei den Küssen eines Weibes denkt ein ächter Chemiker nichts, als daß ihr Athem Stickgas und Kohlenstoffgas ist.

[…] Ich habe auch schon einigen Vorlesungen beigewohnt – Ach, diese Menschen sprechen von Säuren und Alkalien, indessen mir ein allgewaltiges Bedürfniß die Lippe trocknet – Liebe Freundin, sagen Sie mir, sind wir da, die Höhe der Sonne zu ermessen, oder uns an ihren Strahlen zu wärmen? Genießen! Genießen! Wo genießen wir? Mit dem Verstande oder mit dem Herzen? Ich will es nicht mehr binden und rädern, frei soll es die Flügel bewegen, ungezügelt um seine Sonne soll es fliegen, flöge es auch gefährlich, wie die Mücke um das Licht – Ach das wir ein Leben bedürfen, zu lernen, wie wir leben müßten, daß wir im Tode erst ahnen, was der Himmel mit uns will! – Wohin wird dieser schwankende Geist mich führen, der nach Allem strebt, und berührt er es, gleichgültig es fahren läßt – Und doch, wenn die Jugend von jedem Eindrucke bewegt wird, und ein heftiger sie stürzt, so ist das nicht, weil sie keinen, sondern weil sie starken Widerstand leistet. Die abgestorbene Eiche, sie sthet unerschüttert im Sturm, aber die blühende stürzt er, weil er in ihre Krone greifen kann – Ich entsinne mich, daß mir ein Buch zuerst den Gedanken einflößte, ob es nicht möglich sei, ein hohes wissenschaftliches Ziel noch zu erreichen? Ich versuchte es, und auf der Mitte der Bahn hält mich jetzt ein Gedanke zurück – Ach ich trage mein Herz mit mir herum, wie ein nördliches Land den Keim einer Südfrucht. Es treibt und treibt, und es kann nicht reifen – Denn Menschen lassen sich, wie Metalle, zwar formen solange sie warm sind; aber jede Berührung wirkt wieder anders auf sie ein, und nur wenn sie erkalten wirkt ihre Gestalt bleibend. Ich mögte so gern in einer rein-menschlichen Bildung fortschreiten, aber das Wissen macht uns weder besser noch glücklicher. Ja, wenn wir den ganzen Zusammenhang der Dinge einsehen könnten! Aber ist nicht der Anfang und das Ende jeder Wissenschaft in Dunkel gehüllt? Oder soll ich alle diese Fähigkeiten und alle diese Kräfte und dieses ganze Leben nur dazu anwenden, eine Insectengattung kennen zu lernen, oder einer Pflanze ihren Platz in der Reihe der Dinge anzuweisen? Ach, mich ekelt vor dieser Einseitigkeit! Ich glaube, daß Newton an dem Busen eines Mädchens nichts anderes sah, als seine krumme Linie, und daß ihm an ihrem Herzen nichts merkwürdig war, als sein Cubicinhalt. Bei den Küssen eines Weibes denkt ein ächter Chemiker nichts, als daß ihr Athem Stickgas und Kohlenstoffgas ist. […] Dagegen ist die Gegend dem Mineralogen nur schön, wenn sie steinig ist, und wenn der alpinische Granit von ihm bis in die Wolken strebt, so thut es ihm nur leid, daß er ihn nicht in die Tasche stecken kann, um ihn in den Glasschrank neben die andern Fossile zu setzen – O wie traurig ist diese cyklopische Einseitigkeit! – Doch genug. Ich habe Ihnen so viel aus meinem Innern mitgetheilt; werden Sie mir diese kindische Neigung zur Vertraulichkeit verzeihen? […]

Berater beraten gerne Unternehmen bzw. deren sogenannte Führungskräfte. Da gibt es bekannte und weniger bekannte Berater. Herr Malik ist ein Berater aus der Schweiz (eigentl. ein Österreicher), der methodisch eine Art „Managementkybernetik“ vertritt, um sich in der ach so komplexen Welt zurechtfinden zu können. Bei seinen Konzepten wird gerne auf Kieselalgen und Ikosaeder als Vorbilder verwiesen, nun ja, jedem das was er für richtig hält. Zuweilen tritt der gläubige Kybernetiker sogar in der Maske eines Kapitalismuskritikers auf.

Herr Malik publiziert auch viele Kolumnen (und viele Bücher, u.a. über Führen und Leiten), leicht zu googeln unter Malik und Kolumne. Eine davon (tatsächlich nicht nur eine) ist ein sprachliches Prachtexemplar und betrifft die Müllentsorgung in Unternehmen – nein, es geht nicht um Mülltrennung, ich weiß um Ihren Ärger, etwa wenn Ihr Vorgesetzter mal wieder ne leere Flasche Schampus in die Biotonne geworfen hat – nein, lesen Sie selbst ein paar Auszüge: So schreibt Malik im Januar 2007 unter dem schönen Titel: „Systematische Müllentsorgung – Der schnellste Weg zur Effektivität“ beispielsweise: Die Effektivität von Führungskräften resultiert unter anderem daraus, sich systematisch von angestautem „Müll“ zu trennen. Jede Organisation braucht einen Prozess des Ausmerzens von Veraltetem, Überkommenem und Überflüssigem. […] Die jährlichen Zielvereinbarungen dürfen nicht mit der Überlegung beginnen, was zu tun ist. Zuvor muss eine „Müll“-Liste verlangt werden […] Vielleicht kann man nicht alles, was auf den „Müll“-Listen steht, zur Gänze aufgeben. Vielleicht heißt die Lösung manchmal „outsourcen“, oder „refokussieren“.

Am Ende seiner Kolumne preist Malik die „Entschlackung und Selbsthygiene“ als „Grundprinzip der belebten Natur“ an. (Herr Malik liebt die Natur, ist auch Bergsteiger, daher vermutlich körperlich gesund und topfit, ob er blaue Augen hat, ich weiß es nicht)

Es ist wohl gut, ja, eine allzu banale Weisheit, wenn man hin und wieder den Müll rausbringt. Nur, was verbirgt sich hinter dieser „Müll-Liste“? Einen Hinweis findet man hinter den Begriffen „outsourcen“ und „refokussieren“, das ist nicht nur Managerdeutsch, solche Maßnahmen werden nicht selten von einer Reduzierung der Belegschaft begleitet. Was dann der Müll sein soll, mag man sich denken… zu hohe Managergehälter sind damit wohl nicht vorrangig gemeint.

Überhaupt die Sprache:  „Ausmerzen von Überalteten“, „Müll-Listen“, „Selbsthygiene“ und ach, die gute „Natur“. Nix anderes als hübsch sozialdarwinistische Lernbegriffe für kontrollverknallte, sogenannte oder selbsternannte Führungskräfte, meine ich. Und damit festgestellt werden kann, was Müll ist, muss erstmal alles bzw. alle kontrolliert werden. Am besten lernt man gleich von der Stasi, wie etwa die netten Unternehmen Telekom, Deutsche Bahn oder Lidl: Emails auslesen, Telefonate abhören, Videoüberwachung in Umkleideräumen und dann, tja dann geht’s an das Erstellen von Müll-Listen. (Dafür nehmen sie dann gerne Excel).

von Altergecko

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