Archiv für die Kategorie 'Glossen'

Ich bin der Weihnachtshase

Weihnachtshase (Bild: A. Bach)

…und ich wünsche meinen schon friedensnobelpreisbeschenkten Mithasen in der EU für die Zukunft viel mehr Robin Hood, Thomas Müntzer & insbesondere die Wiederauferstehung des großen Mithasens, Michael Kohlhaas, um den EU-Privilegienträgern und Bankenkolloborateuren die Schlappohren langzuziehen!

Wünsche ein lichterloh leuchtendes Sylvesterfest in Eurem Bankenviertel!

Ach, gehöre übrigens zu den fleischfressenden Hasen, nun aber tschüss, hoppel, hoppel – erstmal zum Gänsebraten!

Erinnern Sie sich noch an ein friedliches, schönes Europa? Ja, das gab es – wenn man nicht an den Bürgerkrieg in Jugoslawien denkt. Es war so schön durch ein friedliches Europa der Nationen zu reisen, trotz Grenzkontrollen, dafür mit so vielfältig anderen und reizvollen Kulturen und Sprachen und mit den schönen anderen Geldscheinen und Münzen. Gerade das Geldtauschen gehörte zur schönsten Freude, der Vorfreude auf eine Reise. Und gelegentliche Vorurteile konnten mit Humor genommen werden. Dieses Europa war schön.
Doch mit Einführung der hässlichsten und fehlkonstruiertesten Währung der Welt, des EURO, wurde auch Europa hässlich. Heute beschwören lobbyistengesteuerte EURO-Politiker Den ganzen Beitrag lesen »

Die Frankfurter Rundschau meldete heute Insolvenz an. Nun ja, eine demokratisch-linksliberale Haltung – und dafür stand ja einst die FR – war auch dort (seit 2006 Dumont-FR) kaum noch zu finden, eher: quadratisch, praktisch, charakterlos. Mal schau’n, welche Zeitungen nächstes Jahr folgen.

Griechenland ist seit Jahren pleite und wird es trotz aller Zahlungen an die Banken in Zukunft auch bleiben. Hätte man das volle Risiko gleich zu Anfang bei den Investoren gelassen und vor zwei Jahren schon die Drachme wieder eingeführt, dann könnte Griechenland heute wieder Fahrt aufnehmen. Nur so naive wie fanatische Wirtschafts- und Europaideologen, wie sie derzeit die Politik bestimmen, konnten einen Rettungswahn veranstalten, der nicht den Frieden in Europa fördert sondern das genaue Gegenteil provoziert.

Der Verfassungsschutz ist schon seit Jahrzehnten pleite, moralisch gesehen. Geld für V-Nazis war ja immer da. Hier wurde gleich der gesamte demokratische Anstand geschreddert. Man fragt sich, wer über mehr V-Leute verfügt, der Verfassungsschutz bei den Nazis oder die Nazis beim Verfassungsschutz? Letzteres wird wahrscheinlicher. Nur: Wer schützt dann die Verfassung vorm Verfassungsschutz?

Und wer geht zukünftig noch alles pleite? Viel, sehr viel. Vielleicht schafft es der BBI-Airport ja sogar noch vor Betriebsbeginn. Das sind ja echte Planungsprofis in Berlin, meine Jüte, aber auch egal. Schlimmer wäre, wenn die Demokratie im EU-Wahn pleite gehen würde. Schon gibt es Projekte wie „Clean-IT“ (bitte selber googeln), die versalzen nach Zensur schmecken – aber anderes Thema.

Soyez libres, vivez!
Altergecko

Von der SU lernen, heißt siegen lernen! Tä, tätärä! Ach, Quatsch, EU muss es ja heißen. Also nochmal: Von der EU lernen, heißt siegen lernen. Wo gerade die SU mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, ach, wieder Quatsch! EU muss es ja heißen. Ja, die EU hat den noblen Preis für Frieden bekommen, obwohl der Krach um den Euro jedenfalls verbal, zumindest von den Befürwortern, fast kriegerische, jedenfalls martialische und janz un‘ jarkeene peacigen Töne anschlägt. Naja, und die mit Privilegien wie einst nur der Adel sie kannte vollgepumpte EU-Politiker-Lobbyisten-Beamten-Elite bekommt jetze noch det Krönchen eines Friedensnobelpreises uffjesteckt. Echt ey. Der EU-Bürjer hat mal wieder nix davon. Ich hätte ja vorgeschlagen, nur dem EURO als Währung den Friedensnobelpreis zu verleihen, weil‘ dette dann vermutlich noch weiter die Zinsen für anjeschlagene Staaten jesenkt hätte. Wie auch immer, Kohl freut sich riesig, Schäuble och, beide werden das bestimmt nicht zusammen feiern, was uns auch komplett- und schnurzegal ist.
Und das Preisgeld? Immerhin ca. 930.000 Kullereuros, jut das ist heute so gut wie nix mehr, aber dann können wir die ja als barmherzige Friedensgabe dem ESM drauflegen.

Und jetze nochmal im Chor: Von der EU lernen, heißt siegen lernen!

Mit demokratischen Jrüßen,
Altergecko

P.S. Für jüngere Leser: SU = Abkürzung für ehemalije Sowjetunion (und die will och keener mehr haben)

Macht korrumpiert, das ist janz jemeiner Jemeinplatz und nix Neues nirjendwo. Und seit Jahrtausenden läuft Korruption gleichmustrig. Zwei Spieler hat das Spiel, und ’ne Bananenrepublik als Spielbrett: Also, da ist eine reiche Institution und ein potenziell einflussreicher Politiker. Nun will man den Politiker für die Sache der Institution gewinnen. Dazu müssen sich beide Spieler sympathisch sein. Sympathie wird leicht mit Gewährung von Vorteilen erreicht. Am einfachsten ist, man steckt dem Politiker Bananen zu. Die Korruption soll nun aber beim dummen Volk keinen Korruptionsverdacht (= Neid, = Aufstandsgefahr) erregen. Also wird eine „Gegenleistung“ verlangt. In der Regel handelt es sich um Beraterverträge, oder noch einfacher um schlichte Vorträge.  Etwa so:
Banker J von Bank D will dem Politiker P 60.000 Bananen zukommen lassen. Man duzt sich schon. Dafür sollte es aber drei Vorträge zu 60 Minuten zzgl. 30 Minuten Zwangssektempfang geben, einen Vortrag zu 20.000 Bananen in der Zentrale von D, der gleiche Vortrag für 20.000 Bananen in der Filiale X von D und noch so’nen Vortrag zu 20.000 Bananen in der Filiale Y von D. Dabei darf es sich immer um den gleichen Vortrag handeln, soll ja nicht zu viel Arbeit machen. Im Report gibt der Politiker öffentlich an, drei Vorträge in Kategorie 3 (über 7000 Bananen) gehalten zu haben.
Das wird in Bananenrepubliken immer so sein. Kennen auch wir nicht anders. O.k., wenn das Volk es unbedingt will, kann es die Spieler auch mal zwangsaustauschen. Dann gibt es Gurken.

Vortragsbananen

so viele und noch mehr Vortragsbananen (Bild: Steve Hopson)

Und die Moral von der Jeschicht‘: ätsch, die jibt es nüscht. Ach, noch was: Janz verwegene Vortragshonorarbananenempfänger behaupten gar, Transparenz gäbe es nur in einer Diktatur, und als Interessenvertreter seien sie ja schließlich auch keine Knechte des Kapitals. So viel Bananenweisheiten ergeben immerhin reichlich rutschigen Schalenmist.

Neulich ging ich (altergecko) mal wieder die Linden entlang, der geschäftigen Hauptstadtmeile, umwimmelt von Touristen, fleißigen Dienstleistern in ihren Fahrradtaxis und Autos, die ihre Umwege um die U-Bahn-Baustelle an der großen Kreuzung suchten. Schon etwas fußmüde hatte ich das Glück noch einen Platz in einem Café zwischen dieser Kreuzung und den Haupthäusern der Entscheidungsträger zu finden. Es war Mittagszeit, das Café war brechend voll, denn die Diäten-Nomenklatura hatte Mittagspause. Die Apparatschiks und Apparatschika nebst sonstiger selbstaufgefasster Elite des neofeudalen Kapitalzeitalters gröhlten lautstark und selbstgefällig an ihren Tischen, nur gelegentlich konnte der aufmerksame Zuhörer dazwischen das leise-listige Kichern eines Lobbyisten oder einer Lobbyista vernehmen, und der aufmerksame Riecher dazu den Mundgeruch. Trotz Rauchverbot wurde die viel gerühmte Berliner Luft jetzt doch sehr stickig. Da fiel mir ein, dass einst vor 190 Jahren der Student Heinrich Heine hier spazierte und so schön zutreffend feststellte, dass es denn überhaupt in Berlin keinen Pöbel gibt, außer etwa in den höchsten Ständen. Wie sich die Zeiten in den ausschlaggebenden Dingen doch immer treu geblieben sind.

Ausschlag-gebend

Berliner Luft: Ausschlag-gebend

oder wollt ihr den Untergang? Ja, derart martialisch schallt es von Regierungsmächtigen und Journalisten zu uns schändlichen Skeptikern herüber, und die BRD soll Europa retten und die ganze Welt mit ihrem Geld… Klingt irgendwie bekannt. Die Hauptdarsteller, selbsternannte Europaideologen in St. Veitstanz-Erregung, von einem bestimmten Typus, der der Welt noch nie so richtig gut getan hat: nämlich vom Typus des deutsch-romantischen Idealisten. Dieser Typus, einst, im frühen 19. Jahrhundert, auch als eine Gegenreaktion auf Napoleon entstanden, tritt in seiner nationalistischen Variante bis heute hauptsächlich als Unwesen in deutschtümelnden Burschenschaften auf. Auch der Größenwahn des einfältigen Kaiser Wilhelm II. und der viel teuflischere Größenwahn eines Dr. Goebbels haben hier ihre Wurzeln. Ihre Marktschreier sind nicht selten promovierte Akademiker… Andere wiederum wurden ewig wahrheitsüberzeugte Prawda-Kommunisten oder sie wurden schließlich Pabst.

Und heute? Mir scheint, dass Politiker wie ein Dr. W. Schäuble oder die Herren J. Trittin und P. Steinbrück oder auch Journalisten wie ein Herr J. Augstein genau aus diesem urdeutsch-idealistisch-morschen Holz geschnitzt sind. Dem durchaus intelligenten Holzwurm wird dabei aber schlecht. Nicht dass diese Lautsprecher sich deutsch-nationalistisch gebärden würden, nein, ihr Weltrettungsuntergangs-Größenwahn äußert sich heute als europachauvinistische Heilsvorstellung, nach dem Motto: entweder alles wird Europa oder alles geht unter. Kurzum: Wollt ihr den totalen Euro? Nur der Holzwurm will den nicht, jedenfalls nicht total, denn er ahnt, da werden welche von den Banken am Nasenring durch die Manege geführt.

Dazu passt nur noch, dass Dr. Schäuble nach erfolgreicher Abstimmung über den ESM-Vertrag wieder laufen kann. Ja, er wird wieder laufen können, und die Räder seines Rollstuhls verwandeln sich in goldene Rieseneuronen, die sich langsam vom Stuhl lösen und schwebend durchs Parlament zum Himmel fahren um dort als Doppelmond über unser aller Schicksal zu leuchten.

…es jrüßt Altergecko

Die beste Idee zum Spiel Deutschland gegen Griechenland hatte wohl immer noch die Truppe von Monty Python:

Leibniz, Kant, Hegel, Nietzsche & Co. (Karl Marx auf der Ersatzbank) gegen Plato, Aristoteles, Sophokles, Sokrates, Epikur & Co. Und wer gewinnt? Anschauen!

http://www.youtube.com/watch?v=ur5fGSBsfq8&feature=youtu.be

Bon Anniversaire, Fréderic!

Von Altergecko. Berlin, 24. Januar 2012

Ob Marilyn M. dem Friedrich II. auch so ein schön subkutan-erotisches „Happy Birthday, Dear President“ eingehaucht hätte, wie einst ihrem Jack? Don’t ask me! Quelle question! hätte Friedrich nach einigen Umdrehungen in der Gruft wohl ausgerufen (und seine 7 Köter hätten in ihren 7 Gräbern aufgejault). Nun, das ist Spekulation! Falls aber Marilyn gut und dicht behaarte Beine hatte, wer weiß, John F. alias Jack wußte es bestimmt, denn er durfte vielleicht einmal den Schaum für die Rasur aufpinseln, ja dann hätte Friedrich sie sicher wie einst schon seine erste Tänzerin, die aus Venezien geraubte Baberina, bewundert. Wegen der behaarten Beine natürlich, das hat uns bereits Voltaire verraten.

Warum nur nennt man Friedrich II. den Großen? Nun, Friedrich hat in Preußens und Saupreußens Orchester die Erste Flöte gespielt. Ja, Friedrich war ein großer Flötenvirtuose, der abends nur zu gern im Schlosse Sans Souci selbst Komponiertes während seiner musikalischen Soiréen zum Vortrag gab. Die Abende im Schloss waren der Kunst, der Musik gewidmet, jut jemalt von Adolph von Menzel und auf den Tasten beklimpert von Carl Philipp Emanuel Bach.

Menzels berühmtes Bild vom Flötenkönig

Menzels berühmtes Bild vom Flötenkönig

Friedrich war also die Erste Flöte und ein großer Flötenvirtuose und, seinen inneren Neigungen gemäß, ein leidenschaftlicher Queer-Flötist. Und so ging es schon morgens, undzwar ganz früh schon, sommers stand der König um 5 Uhr auf, ganz ohne Sorge und herzhaft zur Sache: Nach dem Kaffee, so berichtet uns wiederum Voltaire, „huldigte der Stoiker für ein paar Augenblicke der Sekte Epikurs“. Aber nur ein paar Augenblicke, sonst hätte womöglich noch die Konzentration auf die Kriegsführung gelitten. Friedrich ließ dazu kurz nach dem Aufstehen seine schönsten Favoriten, allesamt junge Pagen und Kadetten, antreten. Und was dann? Voltaire fährt fort: „Derjenige, der das Taschentuch zugeworfen bekam, blieb eine Viertelstunde mit dem König allein.“ Damit wir jetzt bloß nicht an eine märkische Orgie denken, bremst Voltaire sofort unsere schon ausschweifende Fantasie: „Es kam dabei nicht bis zum Äußersten; da der Prinz zu Lebzeiten seines Vaters [Friedrichs Papa war der gestrenge Soldatenkönig] bei seinen flüchtigen Liebschaften ziemlich malträtiert und schlecht geheilt worden war; die erste Rolle konnte er nicht spielen, er musste sich mit der zweiten begnügen.“ Diese verdammte von-Katte-Geschichte, hat unsern König fast janz kaputt jemacht.
Warum steht das nicht in den Geschichtsbüchern?! Grrr! Summa: Friedrich war zwar der Große, konnte aber die erste Rolle nicht spielen, so’nen Mist aber auch!

Nein, das ist nicht alles: Friedrich war ja auch Bärlins großer Auftraggeber in Sachen Bauwerke, allerdings, und da wäre dem großen Friedrich-Verehrer Heine Recht zu geben: oft schnurgerade und „meistens nach dem Eigenwillen eines Einzelnen“ gebaut. Aber Heine hatte ja zu seinem Glück noch das „geistige Berlin“ erleben dürfen, jibt’s nischt mehr, heute.

Nein noch mehr: Friedrich war aufgeklärter Absolutist, wenngleich das an und für sich genommen schon etwas widersprüchlich anmutet. Das beste Bild, was man sich da vom sogenannten „Aufgeklärten Absolutismus“ machen kann, bietet die Reiterstatue Unter den Linden: Lessing und Kant schön unter dem Schwanz eines Bronze-Gauls gruppiert auf dem Friedrich II. hoch zu Ross einfach drauf rumreitet.

Friedrich ist für die meisten aber groß, nicht der Flöte wegen, nicht der Aufklärung wegen, sondern weil er die heruntergekommene Mark mit ein paar frechen und durchaus brutalen Kriegen zu jenem Saupreußen gemacht hat, das die Bayern (und die Österreicher) so lieben, und die verweichlichten Sachsen-Auguste natürlich auch, die dabei mächtig gestutzt wurden. Naja, sonst wär‘ Berlin wohl noch schwedisch geworden, oder mein Gott, polnisch gar oder sogar österreicherisch! Ein Österreicher folgte F II ja gewissermaßen später noch auf den Thron… eine andere, schreckliche Geschichte.

Noch einmal alle zusammen: Bon Anniversaire, Fréderic!

Alle Zitate aus: Berlin. Ein literarischer Reiseführer. WBG, Darmstadt (2007)

Tip: Das Gedicht „Alter Fritz für die Katz“ von Peter P. Neuhaus

Eine Forschergruppe um Etymologinnen und Etymologen aus Neufundland konnte jüngst in einer weltweit beachteten Studie zeigen, dass sich „Elite“ nicht wie Wikipedia immer noch behauptet vom lateinischen „electus“ (dt. verwählt) abstammt, sondern dass „Elite“ sich vom gut altfranzösischen crétin (dt. Schwachkopf, -köpfin, pl. -köpfe) ableitet. Die Beweisführung der Wissenschaftler aus Neufundland ist dabei mehr als plausibel und zeigt die große Schnittmenge (i.d.R. 99%), die zwischen Elite und crétin besteht. Natürlich sind nicht alle Details der komplexen Studie dem gemeinen, nicht wissenschaftlich gebildeten Menschen verständlich, nichts desto trotz konnte bewiesen werden, dass das gemeinsame „t“ und das gemeinsame „i“ und auch das fast gemeinsame „e“, letzteres liegt bei crétin etwas fransösisiert vor, Hinweis genug für den gemeinsamen Ursprung von Elite und crétin sind. Nun, der ehrlich fühlende Bürjer wusste es eh schon, zumindest seit 1789, det Bauchjefühl hats nämlich immer schon verraten, das Elite aus crétin besteht.  Desto unverständlicher finden viele, dass Merkels und andere geliebte FDJ-Obere, Wulffs, Ackermanns, auf die Katz gekommene Hundts oder gar der Babst (sächs.) mit Frau Käßmann von manchen als „Elite“ bezeichnet werden, dette wäre ja dann so richtig schlimme Majestätsbeleidigung. Den Babst und die Frau Käßmann insbesondere dürfte es auch ärgern, dass crétin sich etymologisch vom lateinischen „christianus“ herleitet.

mit jrüßen von altergecko

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