Sicher haben Sie boerse vor acht auch schon mal versehentlich gesehen, nicht weil Sie die Börse interessant finden, sondern nur die Tagesschau sehen wollten. Was ist das bloß für ein Sender, der Börsennachrichten vor die Weltnachrichten setzt? Nur die Aktuelle Kamera des Kapitalismus, aus unerfindlichen Gründen ARD abgekürzt, kann diesen Stellenwert beabsichtigen. Eigentlich wie früher, da gab’s zunächst immer die Berichte über die 5-Jahrespläne der sozialistischen Wirtschaft, und davor in der Wochenschau die Berichte über Kruppstahlerfolge. Und heute: boerse vor acht. Dabei besitzt die große Mehrheit der Menschen in diesem Land gar keine Aktien – warum dann dieser Platz in der „ersten Reihe“? Weil den Menschen eingehämmert werden soll, dass die Börse wichtiger als alles andere ist. Dem Kapital muss es gut gehen. Die „marktkonforme Demokratie“ wie BK Dr. Merkel sie wünscht zählt, nicht die Demokratie. In dieser „marktkonformen Demokratie“ bestimmen Lobbyisten des Kapitals politische Entscheidungen, Gesetzgebungen und auch den sogenannten, vom Bürger zwangsfinanzierten und von marktkonformen Politikern beaufsichtigten öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Lobbyisten des Kapitals haben immer ein Ziel: Gewinne maximieren und Verluste sozialisieren. Wenn das gut klappt, darf die Moderatorin Anja Kohl in boerse vor acht lächelnd wie in besten sozialistischen Zeiten über das Plus im Dax berichten. Und was sagt uns diese kapitalistische Gehirnwäsche: Börsen-Bullshit. Bald laden wir an dieser Stelle P.  Steinbrück zu einem Vortrag über seine schönsten Börsenerlebnisse ein, gibt aber nur 1 €.
„Schönen Abend und bis morgen“ vielleicht,
altergecko

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