Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

Unsere Meinung, mal wieder perquisite:
Haben Sie es auch vernommen: Jüngst auf der Münchener Sicherheitskonferenz plädieren gleich drei eifrige deutsche Politiker wie auf Kommando dafür, dass Deutschland „mehr Verantwortung“ sprich mehr Bereitschaft für internationale militärische Einsätze zeigen müsse – es waren der Bundespräsident und selbsternannte Bürgerrechtler Gauck, Außenminister Steinmeier und Militärministerin von der Leyen.  Da kann man sich nur fremdschämen für solch ein Gerede, so wie man sich für das kolonial-blöde Gerede eines Kaiser Wilhelm II. noch heute fremdschämen darf. Das die Amis und Franzosen es wohl gerne hätten, wenn die BRD für die Interessen von US Öl-Konzernen militärisch einspringt oder französische Uranvorkommen in der Zentralafrikanischen Republik „verteidigt“, kann ja sein – das ist aber niemals im Interesse der hiesigen Bevölkerung.
Haben diese drei Politiker einmal darüber nachgedacht, wer solche Einsätze bezahlt? Was haben etwa die US-Militäreinsätze bzw. Angriffskriege in Vietnam, in Irak I und in Irak II oder in Afghanistan Nützliches gebracht? Nichts – außer Terror. Man stelle sich nur einmal vor,  Gauck und Merkel wären 2002 im Amt gewesen, sie hätten die BRD in die Katastrophe des Irak-Kriegs geführt. So blind und naiv wären sie den Amerikanern gefolgt.

Gauck handelt wie Merkel als Ideologe für den US-Konzern-Kapitalismus, das zeigt auch das geplante Freihandelsabkommen. Auch missbraucht Gauck das Amt des Bundespräsidenten insofern, als das er ohne Parlamentsdiskussion eigenwillig deutsche Waffeneinsätze in der Welt fordert! Ein Weizsäcker hätte in seiner souveränen Art das Amt niemals in dieser Weise beschädigt. Dieser Bundespräsident Gauck ist ein schlechter Bundespräsident, der auch vergisst, dass er nicht vom Volk gewählt wurde. Und der ach so christliche Bürgerrechtler begrüßt wie Merkel deutsche Waffenlieferungen an den Terrorstaat Saudi-Arabien… au weia!

Oh! – Gauck, von der Leyen und Steinmeier – versteckt euch lieber zusammen mit Dökterchen Schavan unter der Soutane vom Babst im Vatikane – und nehmt bitte die Merkel, ja, und diesen Doktorbetrüger gleich mit, dort könnt ihr dann zusammen unterm Pubs vom Babst völlig schadlos mit Schlaumeier Guttenberg und Plastesoldaten Hobbykrieg spielen!

Freie Bürger dieses Landes, steht endlich auf, nehmt eure Mistgabeln, wehrt euch gegen diese Politik! Jruß von altergecko

Niobes chemische Wiedergeburt

Zum 150. Todestag des Berliner Chemikers Heinrich Rose (6.8.1795 – 27.1.1864)

Von Ansgar Bach
Heinrich Rose stammte aus einer alten märkischen Apothekerfamilie, die lange in Neuruppin ihren Sitz hatte und im 18. Jahrhundert nach Berlin übersiedelte. Traditionsgemäß lernt auch Heinrich den Apothekerberuf, aber seine Leidenschaft gilt der sich rasch entwickelnden Chemie, und so studiert er bei dem berühmten schwedischen Chemiker Jakob Berzelius. In der Analyse chemischer Substanzen findet Rose seine Berufung. Zurück in Berlin entwickelt der spätere Professor für Chemie neuartige Trennverfahren und verfasst das Standardwerk „Handbuch der analytischen Chemie“, das bis 1871 sechs Auflagen erfährt.

Heinrich Rose (Stich v. W.C. Sharp, Quelle Wikipeadia)

Heinrich Rose (Stich: W.C. Sharp, v. Wikipedia)

Im 19. Jahrhundert war die Entdeckung neuer chemischer Elemente ein aufregendes Arbeitsgebiet. Die Suche ist schwierig, wenn unterschiedliche Elemente sich chemisch ähnlich verhalten und in Erzen oft gemeinsam auftreten. So stellte sich auch die Frage, ob das von dem schwedischen Chemiker Gustaf Ekeberg aus skandinavischen Erzen gewonnene Oxid des Tantals wegen chemischer Ähnlichkeit dem Oxid des Columbiums gleiche, das von dem englischen Mineralogen Charles Hatchett 1801 aus dem amerikanischen Erz Columbit gewonnen wurde. Es wurde zunächst angenommen, dass das Element Tantal nichts anderes sei als das bekannte Columbium. Die Sache wird 1844 von Heinrich Rose aufgeklärt, denn auch Rose untersucht diese Erze. Dabei kann er neben dem Tantal das vermeintlich neue „Element 41″ abtrennen. Rose nennt es „Niobium“, wegen der chemischen Ähnlichkeit zum Tantal. In der antiken griechischen Mythologie ist Niobe die Tochter des Tantalus. Niobes Geschichte ist tragisch: Ein übermäßiger Stolz auf ihre reiche Nachkommenschaft – sie gebar 7 Töchter und 7 Söhne – verletzt eine Konkurrentin so sehr, dass Niobe mit der Tötung ihrer Kinder bestraft wird. Niobe selbst erstarrt zu einem weinenden Stein. Die von Rose veranlasste „chemische Wiedergeburt“ der Niobe im heute kurz Niob genannten Metall ist keine Neuentdeckung eines Elements, denn Niob ist nichts anderes als das von Hatchett bereits entdeckte Columbium. Neu ist aber die von Rose gefundene Möglichkeit der Trennung des Niobs vom Tantal. Beide Metalle treten in ihren Erzen gemeinsam auf. Anstatt Columbium hat sich inzwischen der Name Niob durchgesetzt. Es ist ein wichtiges Metall und wird bei der Herstellung moderner Legierungen für Spezialstähle benötigt.

A. Bloemaert (1564-1631): Titel: Niobe beweint ihre Kinder (Quelle: Wikipedia)

Abraham Bloemaert (1564-1631): Titel: Niobe beweint ihre Kinder (Quelle: Wikipedia)

Die Apothekerfamilie Rose ist übrigens über die Naturwissenschaften hinaus kulturgeschichtlich mit der Mark verbunden: So ist etwa die Mutter des aus Neuruppin stammenden Baumeisters Karl Friedrich Schinkel eine geborene Rose. Als Schinkels Vater im Zusammenhang mit Neuruppins Stadtbrand von 1787 starb, wurde Heinrich Roses Vater, Valentin Rose, Schinkels Vormund. Heinrichs Bruder wiederum, Wilhelm Rose, führte in Berlin eine Apotheke, die in die Literaturgeschichte eingegangen ist: So beginnt Theodor Fontane sein autobiografisches Werk Von Zwanzig bis Dreissig unter der Überschrift „In der Wilhelm Roseschen Apotheke“ mit: „Ostern 1836 war ich in die Rosesche Apotheke – Spandauer Straße, nahe der Garnisonkirche – eingetreten. Die Lehrzeit war wie herkömmlich auf vier Jahre festgesetzt (…)“. Fontane blieb nicht lange Apotheker, seine Leidenschaft galt dem Schreiben.

Unsere Meinung perquisite:
An manchen Tagen, so wie an diesem 18.12., klingelt es auf allen Medienkanälen, Nachrichten über Nachrichten: Keith Richards wird 70, da kann man nur gratulieren, noch vor Jahrzehnten unvorstellbar… Willy Brandt wäre heute 100 geworden, meine Güte, wie vermisst man doch heute Politiker von solchem Format – menschlich wie politisch, tja, „Willy wählen“ geht leider nicht mehr. Und GroKo ist das neue Kürzel, steht für Großkotz-Koalition, die am 18.12. ihre „Arbeit“ aufnimmt und hoffentlich wird es da keinen 70. Geburtstag geben, geschweige denn den 100. Und was macht nun Peer Steinbrück? Zieht sich zurück, aber Achtung: Wenn Sie von Vorträgen hören wie „Der Jadehase und der Eurokurs“ für schlappe 20.000 Honorar, das ist dann bestimmt wieder Sozialdemokrat Steinbrück.

Ach SPD, jetzt gehört die Partei auch noch zum Hotelsteuersenker-Club der Lobby-Kapitalisten!

Und die GroKo-Minister? Arbeitsministerin Andrea Nahles? Sie fordert gerade Abschaffung des Anwesenheitswahns, klar im Bundestag muss man ja auch nicht anwesend sein, für die wenigen Diäten-Peanuts. Hat Frau Nahles wie jeder Arbeitnehmer eigentlich in Ihrem Leben schon einmal in die Sozialversicherung einzahlen müssen? Kriegt ja eh Pension ohne je einzuzahlen… Da fließen echte Grokodealstränen…Und der Clou: EZB-Mann Jörg Asmussen nun als Staatssekretär im Arbeitsministerium, wie bitte? Dieser Asmussen, der als Finanzstaatssekretär eine treibende Kraft bei der Durchsetzung der verhängnisvollen Deregulierung des Finanzmarktes in Deutschland war, dazu Mitglied im Aufsichtsrat der “Mittelstandsbank” IKB. Diese Bank verursachte dann durch den u.a. von Asmussen unterstützten Ankauf zweitklassiger (”subprime”) gebündelter US-Hypothekenkredite einen beispiellosen Absturz auf Kosten des Steuerzahlers.
Wir brauchen uns mit dieser GroKo um den Finanzkapitalismus also keine Sorgen machen – es geht weiter wie gehabt, EURO-Wahn inklusive. Kontinuität zählt, wir zahlen: Finanzminister bleibt Geldkofferträger Dr. Schäuble, der für seine Partei einmal – so lange ist es nicht her – über 100.000 in Cash vom Waffenhändler Schreiber kassierte – „Spenden“ wohlgemerkt.

Jedenfalls weiß der Bürger mit wem er es zu tun hat.

Scheene Jrüße (bzw. schöne Scheiße), altergecko

Unsere Meinung, wie immer, subjektiv und perquisite:
Die Deutschen waren immer schon unterwürfig und voller vorauseilendem Gehorsam gegenüber ihren Herrschern – trotz 1848, 1919, 1968 und 1989. Obwohl Deutschland sich seit geraumer Zeit demokratisch gibt, hat sich im Charakterkern von Politikern wenig geändert, gerade weil sie von diesen Gehorsamkeitsmenschen abstammen. Ausnahmen wie jüngst Herr Ströbele bestätigen hier nur die Regel.

Aber, dass es einmal so schlimm kommen würde, dass die Bundeskanzlerin, der Bundespräsident und der Bundesinnenminister (u.a.) in servilster Weise ihr Land, die BRD, das schöne Grundgesetz und alle Bundesbürger an die Stasi-USA und den Überwachungs-Kapitalismus verraten würden, wer hätte das je zu vermuten gewagt?

Verrat 1: Die Kanzlerin schweigt, als herauskommt, dass die Bundesbürger vom NSA in übelster Stasi-Manier beschnüffelt werden. Ja, sie muckt nicht einmal richtig auf, als herauskommt, dass sie selbst zu den Schnüffelzielen „gegen den Terror“ gehört! Ist sie etwa eine Terroristin? Hat der NSA die Kanzlerin schon in der Hand? Was weiß die NSA über Frau Dr. Merkel?

Verrat 2: Der Bundespräsident schweigt wie die Kanzlerin, ja er verurteilt sogar den Freiheitshelden Edward Snowden! Dieser Bundespräsident ist nach Carstens der unangenehmste BRD-Präsident überhaupt. Gauck scheint im Jahr 1990 zu leben und glaubt an die Gleichung: USA = Freiheit = Kapitalismus = Demokratie. Welche Irrungen, den kapitalistischen Konzernkapitalismus, wo kleine Arbeitnehmer die Verluste von Großinvestoren begleichen, mit Demokratie zu verwechseln. Der gegenwärtige Kapitalismus ist ein Feind der Demokratie und hat mit sozialer Marktwirtschaft schon lange nichts mehr zu tun. Aber ein vermutlich tagträumender BP Gauck sieht immer noch soziale Marktwirtschaft…
Und was ist mit den Tausenden von Akten der Stasi über die NSA, die der Leiter der „Gauck-Behörde“ 1992 an das Innenministerium in Bonn weiterleitete? Von dort sollen sie im Geheimen und ohne genaue Prüfung weiter in die USA gegangen sein! Da waren wohl unerwünschte Informationen zur NSA-Spionage in der BRD zu erwarten… das wollen servile deutsche Politiker gar nicht wissen…

Verrat 3: Der Innenminister will das Volk sogar auf der Autobahn bespitzeln und wagt den Unsinn, während des ungelösten NSA-Skandals auch noch die Mautdaten zur Überwachung zu nutzen… aber nun ist er ja für das Essen zuständig…guten Appetit!

Und dieser üble Doktor-Betrüger Guttenberg, Amerikas Busenfreund, noch ein „Atlantiker“, huscht wieder heimlich ins Kanzleramt, unfassbar! Und CSU-Bub Scheuer versucht’s dann halt mal mit einer Minidoktorei aus Prag. Was macht eigentlich Frau Schavan, als Ersatz noch schnell eine Minidoktorei pragiensis?

Und diese ansteckende Postenschieber-Krankheit geht wieder rum: ronaldinischer pofallismus (so der neueste Fachbegriff), hochansteckend unter Diätenkassierern…

Aber der Verrat geht noch weiter: Die gesamte Partei SPD hat zusammen mit den Grünen ihre Wählerschaft zu „Working-Poors“ gemacht und an den brutalsten Neokapitalismus verraten. Wie Blockparteien verraten CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne durch Bankenrettung und sogenannte Euro-Rettung den Sozialstaat an den Finanzkapitalismus, sie helfen mit bei der übelsten Sozialisierung von privaten Kapitalverlusten.

Freie Bürger: Ein Räuberstaat ist das! Steht auf, bekämpft die Überwachungs-Kapitalisten! Übt euch! Und holt Euch die Kohle von den Banken zurück! Widerstand ist ein Freiheitsrecht (Böll)!

Mit grundgesetzlich bewaffneten Jrüßen,
altergecko

Hinweise zur Bundestagswahl am 22. September 2013 – ein Beitrag zur politischen Bildung:

Und was soll da gewählt werden?
Viele meinen, dass sie irgendeine Tierschutzpartei wählen sollen, anstatt ihre Stimme den bekannten Abzockern von Diäten, beleglosen Büropauschalen, fetten Pensionen und sonstigen Privilegien zu geben. Die Tierschutzpartei würde ja eh nüscht in den Bundestag reinkommen. Viele andere meinen: Da geh ich eh nüscht hin, die vertreten mich nüscht.
Jut, kann man so machen… auch Nichtwählen ist in Ordnung.
Wir empfehlen: Gehen Sie ungültig wählen! Malen Sie ein Gänseblümchen über alle Parteienkreise. Oder, wenn Sie über Talent verfügen: Malen Sie Munch’s Schrei auf den Wahlzettel, noch noch besser: Botticellis La Primavera
Denn: Ungültig zu wählen ist besser als Nichtwählen, zeigen doch die Ungültigwähler eine ernste Wahrnehmung ihrer Interessen. Wenn über 50 % nicht zur Wahl gehen oder ungültig wählen, ist die Regierung samt Opposition de facto abgesetzt und das Volk kann die Privilegienschnorrer, Hotelsteuersenker und Sklaven der Kapitalismuslobby nach Hause schicken.

Mit janz paralemantarilarischen Jrüßen,
altergecko

10.9.13
Noch gestern versuchte US-Präsident Obama verzweifelt und mit geradezu widerlichem PR-Aufgebot die Welt und die US-Kongressabgeordneten von der Notwendigkeit eines US-Militärschlages gegen Syrien zu überzeugen. (Allerdings konnte die Urheberschaft Assads am jüngsten Chemiewaffeneinsatz nicht bewiesen werden, somit erschien ein Militärschlag ohne UN-Mandat vielen zu riskant.)
Dann plötzlich, noch am Nachmittag des 9.9., sorgte Außenminister Kerry für die Überraschung: In einem Nebensatz deutete er den Verzicht der USA auf den Militärschlag für den Fall an, dass Syrien die Chemiewaffen binnen einer Woche abgeben würde. Als hätte er gemerkt, was dieser Satz auslösen könnte, folgten sofort danach höchst merkwürdige rhetorische Verrenkungen, um dieses Angebot abzuschwächen, nach dem Motto, „das sei nun aber eh nicht mehr möglich“.
Prompt nimmt Russland den US-Außenminister Kerry beim Wort und stimmt mit Syrien für eine sofortige internationale Kontrolle und Abgabe der Chemiewaffen. Welch diplomatische Überraschung! So kann Obama politisch keinen Militärschlag mehr durchsetzen.

Es ergeben sich völlig unerwartete, neue Chancen: Zunächst kann ein Militärschlag ausbleiben. Dazu kommt: Wenn jetzt noch mehr internationale Kontrolleure nach Syrien kommen, bietet sich auch die neue Chance auf eine internationale Syrien-Konferenz zur Beilegung des Bürgerkriegs.

Bleibt schließlich die interessante Frage: War Kerrys Angebot versehentlich „rausgerutscht“ oder ein Versuch unter Gesichtswahrung aus der Drohung mit einem Militärschlag ohne Verbündete herauszukommen?

Mit besten Jrüßen,
altergecko

6.9.2013

Auf dem G20-Gipfel versuchte der US-Präsident in einer Erklärung die Unterstützung der G20 Staaten für den bevorstehenden und ohne UN-Mandat völkerrechtswidrigen Militärschlag gegen Syrien zu gewinnen. Frau Merkel und die Bundesregierung haben diese Erklärung (bislang) nicht unterschrieben – und das ist gut so.
>>>Korrektur 7.9.: Merkel und Westerwelle sind nun doch vor den USA eingeknickt und geben Unterschrift.

Die USA verfolgen in Syrien ausschließlich die eigenen geostrategischen Interessen. Der völkerrechtswidrige Chemiewaffeneinsatz in Syrien, dessen Urheberschaft bislang nicht zweifelsfrei bewiesen ist, ist nur ein willkommener Anlass und Vorwand, sich endlich militärisch einmischen zu können. Die der al-Qaida nahestehenden Islamisten der al-Nusra-Front (auch finanziert von der Diktatur Saudi Arabiens) freuen sich auch schon darauf…

Vielleicht ist der US-Kongress so klug, diesen Militärschlag nicht zu unterstützen, dennoch kann US-Präsident Obama zuschlagen.

Das Ergebnis des Bürgerkriegs in Syrien wird so oder so, d.h. mit oder ohne US-Militärschlag, eine Art „failed-state“ sein, ein politisches Chaos, in dem verschiedene Rebellen- bzw. Interessengruppen agieren. Es liegt im US-Interesse in diesem „Chaos“ den Einfluss der Regionalmacht Irans zu mindern und selbst dieses Gebiet mit verbündeten Staaten wie Türkei, Saudi Arabien und Israel zu kontrollieren.

D.h. nun beginnt einerseits der regionale Machtkampf zwischen den von den USA (zusammen mit England und Frankreich) gestützten Regionalmächten Türkei, Saudi Arabien, Katar und Israel und der von Russland (mit China) gestützten Regionalmacht Iran (mit der Hisbollah in Libanon). Dazu kämpfen in dieser Region Sunniten (Saudi Arabien, Katar, Türkei) und Schiiten (Iran, Hisbollah, Aleviten in Syrien) um religiöse Vorherrschaft. Die Türkei würde eine Eskalation außerdem dazu nutzen, um den Einfluss der Kurden „einzuschränken“. Katar und Saudi Arabien wollen zudem in Konkurrenz zu Russland über Syrien Gas nach Europa leiten, das sog. „South Pars Gas“ bzw. das „North Dome Field. Es geht also auch dieses Mal wieder um Rohstoffe, nicht Öl aber um Gas.

Andererseits beginnt der weltweite Machtkampf um die Kontrolle über das strategisch wichtige Syrien zwischen Russland (gestützt von China) auf der einen Seite und der USA (gestützt von England, Frankreich, Saudis, Katar) auf der anderen Seite. Syrien ist strategisch wichtig, u.a. weil es in der Energieversorgung eine ideale Gas-Pipeline-Brücke zwischen Katar/Saudi-Arabien und Türkei bilden kann. Dieses Gas wäre eine Konkurrenz zur russischen Gaslieferung in Europa. Syrien liegt gewissermaßen  auch „im Rücken“ Russlands, Russland betreibt hier einen großen  Marinestützpunkt im Mittelmeer.

Über die Türkei – etwa bei einem Angriff Syriens auf die Türkei – könnte das ganze Militärbündnis der NATO inkl. BRD mit hineingezogen werden. Mit etwas Fantasie lassen sich hier Ähnlichkeiten zu der Situation von 1914 erkennen.

Was soll die BRD machen? Zunächst eimal sollte sie bei so einer völkerrechtswidrigen Politik nicht mitmachen. Die BRD wird vom Geheimdienst der USA (nach Snowden) strategisch auch als potenzieller Feind eingestuft, da sollte sie auch wissen, woran sie mit den USA ist.
Die BRD sollte sich energiepolitisch unabhängig von Gas und Öl machen wie nur irgend möglich – nicht nur aus Umweltschutzgründen.
In Forschung und Entwicklung sollte auch der strategisch extrem wichtige IT-Bereich viel stärker gefördert werden, z.B. zur eigenen Entwicklung neuer Verschlüsselungsmethoden oder auch zu strategisch einsetzbaren Virenprogrammen. Hierbei müsste mehr darauf geachtet werden, dass das Wissen weniger in andere Länder abfließt. Der Datenschutz der eigenen Bürger und Firmen muss systematisch von der Regierung auch international mit allen Mitteln geschützt werden.

Herr Snowden hat uns über den NSA-Überwachungswahn im Auftrag eines neoliberalen und antidemokratischen Kapitalismus aufgeklärt. Demokraten sollten zum Schutz der eigenen Interessen, d.h. zum Schutz der Freiheit und Grundrechte, kämpferisch dagegen halten.

Mit Jrüßen von altergecko

31. August 2013

Ein Militärschlag der USA als „Abstrafung“ gegen Syrien steht möglicherweise unmittelbar bevor.
Am 30. August wurden von der USA sogenannte „Beweise“ für einen von Assad angeordneten Giftgaseinsatz am 21. 8. 2013 bei Damaskus vorgelegt, darunter eine Karte, die topografisch das Auftreten von Giftgas an verschiedenen Orten in Damaskus verzeichnet, sowie eine Erläuterung der US-Sichtweise. Genaugenommen handelt es sich um Schlussfolgerungen auf Indizienbasis. Als Begründung für den angekündigten Militärschlag außerhalb eines UN-Mandats ist dies aber – auch angesichts des damit verbundenen Risikos – als nicht ausreichend zu werten. Es konnten zwar Indizien aber keine belastbaren Beweise für die Urheberschaft Assads erbracht werden. Links zunächst die Karte, nachfolgend die Erläuterung der USA im Orginaltext:

Karte von Damaskus zum Chemiewaffeneinsatz am 21.8.2013 (Bild: US-Regierung)

Karte von Damaskus zum Chemiewaffeneinsatz am 21.8.2013 (Bild: US-Regierung)

Die schriftliche Begründung der USA für ihre Feststellung, dass ausschließlich das syrische Regime auf Anordnung Assads für den Chemiewaffeneinsatz verantwortlich sei:

1 U.S. Government Assessment of the Syrian Government’s

Use of Chemical Weapons on August 21, 2013

The United States Government assesses with high confidence that the Syrian government carried out a chemical weapons attack in the Damascus suburbs on August 21, 2013. We further assess that the regime used a nerve agent in the attack. These all-source assessments are based on human, signals, and geospatial intelligence as well as a significant body of open source reporting. Our classified assessments have been shared with the U.S. Congress and key international partners. To protect sources and methods, we cannot publicly release all available intelligence – but what follows is an unclassified summary of the U.S. Intelligence Community’s analysis of what took place.

Syrian Government Use of Chemical Weapons on August 21

A large body of independent sources indicates that a chemical weapons attack took place in the Damascus suburbs on August 21. Den ganzen Beitrag lesen »

26.8.2013

Alles sieht derzeit danach aus: Eine Allianz aus USA, GB, Frankreich, Türkei und Israel bereitet einen militärischen Schlag auf das Assad-Regime vor, die Türkei und ggf. auch Israel würden – wenn es doch noch notwendig werden sollte –  Bodentruppen zur Verfügung stellen mit etwas Rückendeckung der Bundeswehreinheiten an den Patriot-Stellungen in der Türkei. Als Kriegsgrund wird der jüngste Giftgaseinsatz ganz in der Nähe von Damaskus und in der Nähe von stationiertem UN-Personal angegeben, dies wird gerade medial entsprechend propagandamäßig aufbereitet.

Folgende Frage muss gestellt werden: Wer profitiert von diesem Giftgaseinsatz?

Das Assad-Regime, dem grundsätzlich ja jede Grausamkeit zuzutrauen ist, profitiert sicher nicht davon, will es doch bestimmt keinen US-Militärschlag provozieren, wenn es an der Macht bleiben will.
Nur die Rebellengruppen profitieren von dem Giftgaseinsatz, weil derzeit nur ein westlicher Militärschlag das von Russland, China, Iran und den Hisbollah-Gruppen unterstützte Assad-Regime destabilisieren kann.
Möglicherweise sind es also Teile der Aufständischen, die den Giftgaseinsatz durchführten, weil sie davon profitieren.
Auch ein versehentlicher Treffer einer Seite auf die vorhandenen Giftgasvorräte wäre denkbar.

In Syrien kämpfen die Allianz von USA, GB, Frankreich, Türkei, Israel, Golfstaaten mit den Aufständischen gegen die Allianz aus Russland, China, Iran und Assad-Regime. Eigentlich ein klassischer Stellvertreterkrieg.
Die BRD sollte besser zurückhaltend bleiben, zumindest solange nicht bewiesen ist, wer genau das Giftgas eingesetzt hat. Aber die Bundeswehrsoldaten an den Patriot-Stellungen werden dann gefragt sein – jedenfalls im Falle eines syrischen Gegenschlags auf die Türkei. Im ausgeweiteten Kriegsfall könnte es dann auch ein russischer Gegenschlag werden.
Offensichtlich will die BRD die westliche Allianz unterstützen, wenn man die rechtlich bedenklichen Worte des Regierungssprechers Seibert hört, der zuletzt von der Unbewiesenheit von Assads Unschuld am Giftgaseinsatz schwadronierte.

Dieser Stellvertreterkrieg wird offensichtlich schon längere Zeit vorbereitet: Es geht um die Machtinteressen im Nahen und Mittleren Osten, d.h. das Machtgerangel zwischen Iran, Türkei und Israel im Nahbereich und das Machtgerangel zwischen USA, Russland und China im Fernbereich (bzw. weltweit). Syrien ist das Schlachtfeld – bislang.

Wie Russland und China im genannten Fall reagieren würden bleibt hier noch eine offene Frage.

Mit dem Wunsch, dass es nicht soweit kommt,
Altergecko

Poetikterroristen vom Mars von der gefürchteten Gruppe Marsàl hàlal kriki (übersetzt: blutig rot wie der rote Mars) testen derzeit die Geheimdienst-Filter mit einem Poem:

Terror Terror und Bumm Bumm,
das haut den stärksten Erdling um,
Sprengstoff voll der Gürtel,
zerhackt den Nachbarn in vier Viertel.

Drum prüft die Welt der NSA-Agent,
damit in Zukunft nix mehr brennt,
und tut alle Menschen untersuchen,
ob sie nett sind oder fluchen.

Untersucht wird gar nicht nett,
das gesamte Internet,
alle Menschen auf geheimen Listen,
alle potenzielle Terroristen.

Niemals wirst Du dann vergessen,
und nach vielen Jahren noch
schau’n sie auf die Listen
und tun dich dann erpressen.

Das ist das NSA-Geschäftsmodell
die ganze Welt ist nun erpressbar
jeder Mensch wird zahlen
falls nicht: sagt der Agent farewell

Mit besten Jrüßen an die hirnverwanzten Paranoiker der Jeheimdienste,
vom Chef der Marsàl hàlal kriki

Links zur zur NSA in Deutschland:

NSA-Wanze lauscht!

Marsàl hàlal kriki Wanze lauscht zurück!

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