Das Pegida-Demontrations-Phänomen beunruhigt die BRD. Pegida, die Demonstranten gegen eine aus ihrer Sicht befürchtete Islamisierung des Abendlandes laufen Montags in Horden aus und rufen „Wir sind das Volk“. Bei den Teilnehmern sprechen die herrschenden Medien und Politiker gerne von den Verlierern dieser Gesellschaft, ja sogar von den „Wendeverlierern“. Welche Wende? Die Wende 1989 oder die Wende unter Schröder in eine neoliberale Ausbeutergesellschaft? Dazu gesellt sich ein altes Problem: In langer Tradition richtet sich die Wut der Verlierer gegen Minderheiten, je fremder die Religion, je dunkler die Hautfarbe, desto schlimmer die Wut. Diese falsche Adressierung ist leider nix Neues in der Welt. Sie ist typisch für dieses Land aber keineswegs darauf beschränkt, sondern eher eine menschliche Grundeigenschaft. Dabei ist der Islam geschichtlich betrachtet keineswegs blutrünstiger als das hier vorherrschende Christentum, und auch das politische Judentum kann sehr blutrünstig sein. Wo bleibt eigentlich der gepflegte, gut gesittete Atheismus? Oder wenigstens ein fröhlich-lebenslustig gestimmter Vielgötterglaube? Nun, das ist ein anderes Thema…
Die Gründungsväter der BRD waren weise und wussten darum, dass der gemeine Teutsche sich als gesetzestreuer Untertan am wohlsten fühlt. Dafür muss der Staat aber eine Gegenleistung bieten: Vater Staat muss für seine Untertanen sorgen, ihnen eine soziale Grundsicherheit bieten. Die BRD-Gründungsväter verfügten noch über Erfahrungen aus den 1920iger und frühen 1930iger Jahren, wo eine verunsicherte Mehrheit sich schließlich einen neuen Obrigkeitsstaat wählte. Denn so ist es: wird eine kritische Masse an Unsicherheit erreicht, so werden herrschende gesellschaftliche Machtstrukturen und ihre Vertreter blitzschnell – in wenigen Wochen – hinweggefegt. 1989 war ja auch ein schönes und sogar friedliches Beispiel dafür. Bereits der alte Bismarck wusste davon. Deshalb entwickelte die BRD ihr eigenes politisches System von der Sozialen Marktwirtschaft, das eine sozial weitgehende Grundsicherung leisten sollte. Das war gut gedacht, zuweilen halbwegs gut gemacht, und die BRD wurde für dieses Modell von vielen Ländern beneidet.
Die entscheidende Wende kam dann nicht 1989.
Die entscheidende Wende kam mit der SPD unter Schröder. Die Wandlung der SPD zu neoliberal-kapitalistischen Interessenvertretern und Versicherungsverkäufern unter Gerhard Fritz Kurt Schröder wird zukünftig als Ursprung eines ganz großen Desasters gesehen werden. Die SPD, viele ihrer Leithammel (Oppermann, Gabriel u.a.) sind heute auf die kapitalistische Wertegemeinschaft einer „Atlantik-Brücke“ eingeschworen, hat die Mehrheit der Bevölkerung durch HARZ-4 und drastische Rentenkürzung in tiefste Verunsicherung gestürzt. Die UNION und Grüne – auch bei ihnen viele Leithammel eingeschworen in der „Atlantik-Brücke“ (Merkel, Gauck, Göring-Eckardt, u.v.m.) – sind nicht besser, ganz zu schweigen von so etwas wie der FDP. Die etablierten Parteien haben die Weisheit der BRD-Gründungsväter verloren. Kanzlerin Dr. Merkel streitet gar unreflektiert für eine „marktkonforme Demokratie“, unter dieser Maske aber verbirgt sich eine sich schleichend durchsetzende, technisch-digital unterstützte kapitalistische Diktatur. Dazu kommt: Private Verluste von Investoren werden mit den Steuergeldern der Armen zu riesigen Gewinnen bei den Reichen verwandelt. Ohne die Bevölkerung demokratisch zu fragen und mitzunehmen wird der EURO eingeführt und über den ESM die Bevölkerung in eine EURO-Krisenhaftung genommen. Das Grundgesetz zur informellen Selbstbestimmung wird geradezu verachtet, kaum ein staatlicher Protest gegen die gesetzeslosen Schnüffler der Geheimdienste. Jetzt tritt SPD-Gabriel sogar für den Freihandel mit privaten Schiedsgerichten ein, die die demokratischen Grundsätze und den Rechtsstaat im Interesse großer Konzerne aushebeln. Die Demokratie, der Sozialstaat und der Rechtsstaat BRD sind existenziell bedroht von den eigenen kapitalismushörigen, freiheits- und demokratiefeindlichen Pseudoeliten.
Genau das spürt die Bevölkerung, genau das spürt die Mehrheit, auch wenn die Hintergründe manchmal schwer zu verstehen sind. Dummerweise richtet sie ihre Wut gegen die falsche Adresse, tja, das ist nix Neues auf der Welt. Diese Bevölkerung ist zu faul zum Nachdenken. so war es immer schon. Da muss man wohl realistisch bleiben. Schaun mer mal, wie’s in 10 oder 20 Jahren aussieht …
& scheene Jrüße, altergecko

Ein Kommentar zu “PEGIDA – VEB Hautcreme oder Untergang des Abendlandes?”

  1. Angelaam 23.12.2014 um 19:50

    Nagel auf den Kopf.